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Hintergrundbild Epoche

Schule inmitten der Trümmer


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Damit die Kinder überhaupt wieder zur Schule gehen konnten, mussten diese zuerst einmal aufgebaut werden. Die Kinder halfen mit.
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Hier siehst du eine Mädchenklasse einer Volksschule in Erfurt aus dem Jahr 1946.
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Viele Kinder lebten in so genannten Durchgangslagern, doch auch hier gab es manchmal schon Schulen.

Im Jahr 1946 gingen die Kinder wieder zur Schule. Aber es gab viel zu wenig Schulen, denn viele Gebäude wurden ja im Krieg zerstört. Einige Schulen wurden auch als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt. Wo sollten die Kinder also hin, wenn sie etwas lernen wollten?

150 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse

In den wenigen Klassenräumen, die es noch gab oder die man schnell zu Klassenräumen machte, saßen manchmal sogar 150 Schülerinnen und Schüler. Schulbücher gab es fast keine, entweder waren diese zerstört worden oder die Bücher aus der NS-Zeit waren oft nicht mehr zu gebrauchen. Manchmal griff man sogar auf Bücher aus der Kaiserzeit zurück, so groß war die Not.

Wer sollte die Kinder unterrichten?

Du kannst dir vorstellen, dass hier ein Unterrichten nicht einfach war. Und wer sollte die Kinder überhaupt unterrichten? Viele Lehrer waren im Krieg gefallen oder verwundet worden. Und die Lehrer, die noch übrig geblieben waren, waren oft Mitglieder der NSDAP und wurden nach dem Krieg aus dem Schuldienst entlassen. Die Besatzungsmächte fürchteten zu Recht, dass diese den Kindern noch weiter Unsinn über die nationalsozialistische Ideologie erzählen würden.

Die deutschen Kinder sollten zur Demokratie erzogen werden

Die deutschen Kinder und Jugendlichen sollten ja zur Demokratie erzogen werden und das traute man den ehemaligen Nazis nicht unbedingt zu. Den Besatzungsmächten war es sehr wichtig, bei den Kindern zu beginnen und die neuen Werte zu vermitteln.

Neue Lehrer brauchte das Land

Neue Lehrer gab es auch noch nicht, weil ja auch die Hochschulen, die die Lehrer ausbildeten, gerade erst wieder mit der Ausbildung angefangen hatten. So griff man auf schon pensionierte Lehrer zurück oder stellte Leute ein, die politisch unbedenklich waren, aber nicht unbedingt eine pädagogische Ausbildung besaßen.

Wie genau die Schulen jetzt aussehen sollten, wusste man nicht. So gab es in Bayern zum Beispiel viele katholische Schulen und in Hessen wurden so genannte Gemeinschaftsschulen eingerichtet, die alle Kinder unterrichteten. Auch beim Schulwesen zeigte sich schon sehr früh die unterschiedliche Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone und dann der DDR. Hier wurde das Schulwesen von Anfang an dem Staat unterstellt (siehe dazu: In der Schule). 

Und die Kinder?

Viele Kinder waren verwahrlost. Ihr erstes Problem in den Jahren nach dem Krieg war, dass sie oft hungrig waren und ihren Eltern, häufig auch ihren Müttern, helfen mussten, Nahrung aufzutreiben und die Dinge des täglichen Lebens zu organisieren. So waren viele Kinder auch als Schwarzhändler tätig oder versuchten, durch Diebstähle ihre Familien über Wasser zu halten. Der regelmäßige Schulbesuch war ihnen weniger wichtig.

Viele Kinder waren außerdem Flüchtlinge und mit ihren Eltern aus der Heimat geflohen. Sie hatten meist kein Dach über dem Kopf und kamen in so genannten Durchgangslagern unter. Doch auch hier versuchte man, den Kindern ein Stück weit Normalität zu vermitteln, was mal mehr, mal weniger gut gelang.


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