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Hintergrundbild Epoche

Hamsterfahrten


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Hier siehst du Frauen am Bahnhof stehen. Sie warten auf einen Zug, der sie aufs Land bringt in der Hoffnung, hier Lebensmittel zu ergattern.
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Wie die Hamster versuchten die Menschen nach dem Krieg Vorräte zu sammeln.

Wer den Hamster kennt, weiß, dass die kleinen Tiere ihr Futter schnell zusammensuchen, diese in ihre Backentaschen stecken, zu ihrem Nest transportieren und diese dort horten, das heißt, ihre Vorräte sammeln. So ähnlich gingen die Menschen nach dem Krieg vor, um ihr Überleben zu sichern.

Ohne Hamstern wären viele verhungert

Die Ernährungssituation war kurz nach dem Krieg, aber auch noch in den ersten Jahren der Besatzung, sehr schlecht. Die Menschen hatten Hunger und die Versorgung mit Lebensmitteln reichte in der Stadt nicht aus. Deshalb fuhren viele Leute mit der Eisenbahn zu den Bauern aufs Land und tauschten ihre kostbarsten Sachen wie Schmuck - sofern sie noch Kostbares besaßen - gegen lebenswichtiges Essen ein. Kartoffeln, Eier oder Speck waren wertvoller als edle Perlen. Viele der Züge waren überfüllt, hielten aber keinen davon ab, in Richtung Land aufzubrechen, in der Hoffnung hier etwas zum Essen zu ergattern.

So fuhren Tausende von Menschen aufs Land und schleppten Kartoffeln zurück in die Stadt. Nicht selten durchwühlten die Leute bereits abgeerntete Äcker nach vergessenen Kartoffeln. Manche halfen den Bauern bei der Ernte und wurden mit Nahrung bezahlt, um diese nach Hause zu ihren Familien zu bringen, damit sie nicht verhungerten.

Häufig warteten die Menschen stundenlang auf den Bahnhöfen, die vollgestopft waren mit andern "Hamsterern". Dann musste man oft Kilometer zu Fuß zurücklegen und nicht jeder Bauer gab gerne. Doch die wenigsten konnten sich die Frage stellen, ob das alles lohnte. Ohne Essen konnte keiner überleben.


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