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Hintergrundbild Epoche

Gibt es eine Stunde Null in der Literatur?


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Thomas Mann kehrte aus dem Exil zurück und knüpfte mit seinem Erzählstil an die alten Romantraditionen an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte auch die deutsche Literatur einen Neubeginn. Doch gab es auch in der Literatur keine "Stunde Null". Schon allein deshalb, weil viele Autoren ja schon weit vor 1945 geboren worden waren und oft an ihr vorausgegangenes Werk anknüpften. Als die drei bedeutendsten Schriftsteller der ersten Hälfte des Jahrhunderts werden oft Thomas Mann, Gottfried Benn und Bertolt Brecht genannt.

Thomas Mann war während der Zeit des Nationalsozialismus ins Exil gegangen. Doch sein Erzählstil knüpfte an die Romane der Zeit vor 1933 an. 1954 erschien Thomas Manns Roman "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", der noch ganz in der alten Romantradition stand und keine neuen Erzählformen anbot.

Die Erfahrungen des Krieges wurden verarbeitet

Nach 1945 versuchte man zunächst, die Kriegserfahrungen auch in der Literatur zu verarbeiten. Vertreibung, Verwüstung, Zerstörung, Angst, Heimatlosigkeit und Einsamkeit waren die wichtigsten Themen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Drama von Wolfgang Borchert "Draußen vor der Tür". Er bearbeitete genau die Themen, die die Menschen auch in ihrem Alltag beschäftigten.

Gesellschaftskritik

In den 50er Jahren wollte ein Teil der Autoren mit dem Schreiben auch Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen der so genannten Wirtschaftswunderzeit üben. Dazu zählte zum einen die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Traumatisch waren die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, die auch in die neuere Literatur Eingang fanden. Zum anderen wurde aber auch Kritik an der Gesellschaft der Bundesrepublik  geübt. Selbstverständliches stellte man in Frage, alte Werte und Traditionen wurden kritisch beäugt. In den Werken der Schweizer Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch trat dies besonders deutlich zutage.

Wolfgang Koeppen

Doch auch deutsche Autoren übten Kritik an der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Zum Beispiel ein Autor namens Wolfgang Koeppen, der mit den Romanen "Tauben im Gras, "Treibhaus" und "Tod in Rom" zu einem bedeutenden Autor von Nachkriegsliteratur wurde. Und nicht zu vergessen Heinrich Böll.

Den moralischen Aspekt von Literatur rückte vor allem die Gruppe 47 in den Mittelpunkt, die von Hans Werner Richter 1947 ins Leben gerufen wurde und bis 1967 den Literaturbetrieb in der Bundesrepublik wesentlich prägte.


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