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Hintergrundbild Epoche

Die Bundeswehr


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Verteidigungsminister Theodor Blank ernannte die ersten 101 freiwilligen Soldaten.
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Konrad Adenauer setzte sich von Anfang an für die Gründung einer Armee ein. Hier besucht er 1956 Soldaten bei einem Truppenaufmarsch.
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Auch in der eigenen Partei fand die CDU Widerstand. Gustav Heinemann, der spätere Bundespräsident, sprach sich gegen eine Wiederbewaffnung Deutschlands aus.
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Der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik hieß Theodor Blank. Ihm sollte jedoch bald Franz Joseph Strauß im Amt nachfolgen.

Nie wieder deutsche Soldaten!

1945 dachte noch niemand an eine Wiederbewaffnung der Deutschen. Der Schock des Zweiten Weltkriegs saß noch tief, viele Soldaten waren gefallen, viele befanden sich in Kriegsgefangenschaft. Deutschland hatte zwei Weltkriege angezettelt und sich unfähig gezeigt, mit militärischer Macht umzugehen. Millionen Tote und ein zerstörtes Deutschland sowie ein zerrüttetes Europa waren die Folge gewesen. Wie sollte ein solches Land jemals wieder militärische Macht in den Händen halten?

Das Abschlussprotokoll der Potsdamer Konferenz legte die vollständige Entwaffnung Deutschlands fest. In der Folge wurden die Wehrmacht aufgelöst sowie alle nationalsozialistischen Kampfverbände aufgelöst und Industrieanlagen, die der Rüstung dienten, abgebaut. Geschichte sollte, Geschichte durfte sich nicht wiederholen.

Trotzdem wurden am 10. Oktober 1955, also zehn Jahre nach der deutschen Niederlage, wieder die ersten Soldaten ernannt und kurz darauf auch vereidigt. Wie kam es dazu?

Plötzlicher Sinneswandel

Die Amerikaner, die kurz nach dem Krieg noch jeden militärischen Machtzuwachs Deutschlands verhindern wollten, änderten recht bald ihre Meinung. Einerseits waren sie in Kriege im pazifischen Raum verwickelt und auf der anderen Seite kam keine wirkliche Einigung mit der Sowjetunion hinsichtlich der Behandlung Deutschlands zustande.

Ergebnis war die Gründung von zwei deutschen Staaten und die Amerikaner unterstützten nun die junge Bundesrepublik, um hier ein "Bollwerk gegen den Kommunismus" einzurichten. So gehörte es nicht nur dazu, dass Deutschland nun wirtschaftlich erstarken sollte, man wollte das Land auch in die Lage versetzen, sich gegen Gegner zu verteidigen. Vor allem das Vordringen der Sowjetunion in Richtung Mitteleuropa glaubten die Amerikaner dadurch verhindern zu können.

So gab es schon recht bald geheime Absprachen zwischen Deutschland und den Westalliierten, eine eigene Armee bilden zu dürfen.

Frage nach der deutschen Armee

Nach Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 tauchte die Frage nach einer deutschen Armee auf und führte zu heftigen Diskussionen im Bundestag. Konrad Adenauer plante eine Einbindung Deutschlands im Rahmen der NATO, dem westlichen Verteidigungsbündnis.

Oppositionspolitiker waren allerdings gegen diese Pläne. Mit Blick auf die jüngste deutsche Vergangenheit wollte man  kein eigenes Militär aufbauen. Auch innerhalb der Regierung waren die Pläne übrigens umstrittenen. So trat der damalige CDU-Innenminister Gustav Heinemann 1950 von seinem Amt zurück, nachdem er sich ausdrücklich gegen Adenauers Wiederbewaffnungspläne ausgesprochen hatte.  Auch innerhalb der Bevölkerung war diese Wiederbewaffnung umstritten und wurde auf allen Ebenen heftigst diskutiert. Erst durch den Ausbruch des Koreakriegs trat ein Umschwung ein. Die Angst vor dem Kommunismus wuchs und so wuchs auch das Bedürfnis der deutschen Bevölkerung, sich verteidigen zu wollen.

Himmeroder Denkschrift

1950 trafen sich in einem Kloster namens Himmerod ehemalige Wehrmachtsoffiziere und erarbeiteten dort die so genannte Himmeroder Denkschrift. Diese trug den Titel "Über die Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer übernationalen Streitmacht zur Verteidigung Westeuropas". Diese Denkschrift stellte die Grundlage für die spätere Gründung der Bundeswehr dar.

Im Mai 1955 trat Deutschland der NATO bei und war somit fest im westlichen Verteidigungsbündnis eingebunden. Die Erlaubnis, eigene Streitkräfte aufzustellen - zunächst auf die Zahl von 500 000 begrenzt - wurde gleichzeitig erteilt. Theodor Blank wurde am 6. Juli 1955 der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik.

Erste deutsche Soldaten nach 1945

Im November 1955 wurden die ersten 101 freiwilligen Soldaten ernannt und im April 1956 erhielt die künftige Bundeswehr auch ihren Namen. Auf die Bezeichnung "Wehrmacht" verzichtete man aus guten Gründen, erinnerte der Name doch zu sehr an die Vergangenheit. Die Armee der Weimarer Republik, die alte Reichswehr, erschien den Namensgebern wohl weniger belastet. Am Ende einigte man sich auf die "Bundeswehr", die von Beginn an als reine Verteidigungsarmee verstanden wurde. Das Oberkommando lag in Friedenszeiten in den Händen des Verteidigungsministers und im Kriegsfall im Befugnisbereich des Bundeskanzlers. Das Parlament sollte kontrollieren.

Allgemeine Wehrpflicht

Schon 1956 führte man die allgemeine Wehrpflicht ein. Um auf eine ausreichende Anzahl an Soldaten zu kommen, reichten die freiwilligen Soldaten nicht aus. Gleichzeitig versuchte man damit, eine engere Bindung zwischen der Gesellschaft und der Bundeswehr herzustellen. Wer schon einmal gedient hat, fühle sich stärker an die Bundeswehr gebunden, so jedenfalls dachten die Verantwortlichen. Der "Staatsbürger in Uniform" kam als Schlagwort auf.

In der Anfangszeit mussten die jungen Männer ab 18 Jahren zwölf Monate Wehrdienst leisten. Es gab auch die Möglichkeit, den Kriegsdienst zu verweigern, aber nur wenige ergriffen die Möglichkeit in den frühen Jahren der Bundeswehr.


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