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Hintergrundbild Epoche

Entschlüsselung der DNS


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Bis die Wissenschaftler auf die Spur der Doppelhelix kamen, dauerte es seine Zeit. Mehrere Anläufe waren notwendig.
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Das DNS-Modell, so wie es von Crick und Watson 1953 gebaut wurde.

Schon im 19. Jahrhundert hatten Forscher Folgendes entdeckt: Der Kern jeder lebenden Zelle enthält ein langgestrecktes Molekül, das die Bezeichnung Desoxyribonukleinsäure - abgekürzt DNS - trägt.

Die Bausteine des Menschen

Es dauerte noch eine Weile, bis weitere Forscher im Jahr 1944 feststellten, dass die DNS genetische Informationen enthält. Sie weist also genau die Bausteine auf, die festhalten, wie ein Mensch oder ein Tier oder eine Pflanze aufgebaut sind und welche Erbanlagen ein Lebewesen prägen.

Doch wie sollten diese Informationen dort aufgezeichnet sein und vor allem, wie könnte man sie entschlüsseln? Noch war das Geheimnis des Lebens nicht gelüftet.

Die Alpha-Helix

Verschiedene Forscher befanden sich teils auf der richtigen, teils auf der falschen Spur. Wichtig wurde die Erkenntnis eines Chemikers namens Linus Pauling, dass sich in Proteinen - Proteine sind die Stoffe, die alle Prozesse innerhalb der Zellen steuern - Moleküle in Form einer Helix befinden. Eine Helix ist eine spiralförmige Windung. Ein typisches Protein besteht aus einer langen, zu einer Spirale gedrehten Molekülkette, heute auch als Alpha-Helix bekannt. Zusammengehalten wird sie durch Wasserstoffverbindungen. Das fand Linus Pauling heraus.

Die Doppelhelix

Auf dieser Erkenntnis bauten dann zwei Biochemiker auf. Francis Crick und James Watson versuchten, mit Draht und Pappe, Modelle der DNS nachzubauen und den Aufbau der Moleküle anschaulich und verständlich zu machen. Watson stellte fest, dass die Idee von Linus Pauling mit der Helix gar nicht so falsch gewesen war. Allerdings handelte es sich nicht um eine einzige Helix, sondern gleich um zwei, also eine Doppelhelix. Die Basenpaare sind durch Wasserstoffbrücken fest miteinander verbunden und sehen einer gewundenen Leiter ziemlich ähnlich. Das kannst du gut auf dem oben stehenden Foto erkennen.

Lesen von Erbmaterial

Nun wurde es möglich, das Erbmaterial zu "lesen". Wenn die beiden Stränge sich trennen, dient jeder Strang als Vorlage für die Herausbildung eines Gegenstücks. Die Folge ist, dass bei der Zellteilung die DNS genau in die neue Zelle kopiert wird.

Alles ist bis heute nicht lesbar, aber bei manchen Abschnitten der DNS weiß man heute, welche Einflüsse sie auf biologische Prozesse haben. Neben der Entzifferung stand auch die Veränderbarkeit der DNS.

Ein Nebeneffekt war, dass man durch die Feststellung der DNS nun auch den genetischen Code von Tatverdächtigen feststellen konnte. Dadurch, dass der Täter seine DNS-Spuren hinterlassen hatte, konnte man ihn überführen. Auch ließen sich nun Tests zur Vaterschaft eines Kindes machen und der biologische Vater wurde sicher bestimmt. Das alles war zuvor nicht möglich gewesen.

Frage nach der Verantwortung des Wissens

Nachdem der Mensch nun die DNS entschlüsselt hatte und auch verändern konnte, wurden gleichzeitig Fragen aufgeworfen. Wie weit durfte man gehen, inwieweit durfte man die DNS auch verändern? Fragen, auf die wir bis heute noch keine Antworten gefunden haben und auch so leicht keine finden werden.

Die Entschlüsselung der DNS war eine der wichtigsten Entdeckungen der Moderne, hat die Menschen aber auch vor eine große Verantwortung und Herausforderung gestellt.


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