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Hintergrundbild Epoche
Klaus Kordon
Auf der Sonnenseite

Wie ergeht es einer aus der DDR freigekauften Familie in der Bundesrepublik? Davon erzählt Klaus Kordon in "Auf der Sonnenseite", der Fortsetzung von "Krokodil im Nacken".

Nachdem Manfred Lenz und seine Frau im Westen angekommen sind,  müssen sie noch zwei lange Jahre warten, bis sie auch endlich ihre beiden Kinder wieder in ihre Arme schließen können. Leben sie nun "auf der Sonnenseite"? Kordon erzählt einerseits die Geschichte des Manni Lenz:  wie wurden sie aufgenommen in ihrer neuen Heimat, welche Freundschaften entstanden, welche Arbeit fanden er und Hanna? Wie begann die Karriere als Schriftsteller?

Begegnungen mit DDR-Bürgern  werden beschrieben, aber auch solche mit einer als Kind geflohenen Jüdin in Australien oder einem korsischen Jungen. Parallel dazu erfährt der Leser, was zwischen 1973 und 1989 in der Bundesrepublik passierte. Ausführlich wird vom Terrorismus der Roten Armee Fraktion berichtet, von der Ära Kohl, der Katastrophe in Tschernobyl  und natürlich von der Wende, der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung.

Klaus Kordon: Auf der Sonnenseite
Beltz-Verlag
ab 14 Jahre

Alois Prinz
Lieber wütend als traurig

Ulrike Meinhof war ab 1970 eine der meist gesuchten Terroristinnen in der Bundesrepublik. Wie aber kam es zu ihrem "Sprung in ein anderes Leben"? Warum ging die angesehene Journalistin, die sich besonders für Benachteiligte der Gesellschaft einsetzte, plötzlich in den Untergrund, verließ ihre Töchter, verübte Banküberfälle, tötete Menschen?

Den Spuren ihres Lebens folgt Alois Prinz, von der Geburt über die vielen Stationen und Wohnorte nach dem frühen Tod der Eltern bis zu der Zeit als Terroristin der RAF. Zugleich beschreibt das Buch auf spannende Art einen Abschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre. Einige Bilder sowie eine Zeittafel ergänzen das Buch.

Alois Prinz: Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof.
Beltz Verlag
ab 15 Jahre

Hermann Vinke
Die Bundesrepublik

Wer sich für die Geschichte der Bundesrepublik interessiert, liegt mit diesem Buch goldrichtig. Übersichtlich fasst Hermann Vinke die Ereignisse zusammen, von der Gründung der Bundesrepublik bis zur Kanzlerschaft von Angela Merkel. Kurze und verständliche Texte, viele Bilder und zahlreiche Biografien machen das Lesen zu einem Vergnügen. Das Buch ist wunderbar, um sich einen Überblick zu verschaffen, eignet sich aber als Nachschlagewerk für die Schule.

Hermann Vinke: Die Bundesrepublik: Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen
Ravensburger
ab 12 Jahre

Max von der Grün
Vorstadtkrokodile

Max von der Grüns Jugendroman "Vorstadtkrokodile" erschien erstmals 1976 und hat doch bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Es geht um Freundschaft, Mut und Vertrauen, aber auch um Ausgrenzung.
Kurt sitzt nämlich im Rollstuhl. Er möchte gerne bei den "Krokodilern" mitmachen, einer Kinderbande. Wie die ihn schließlich als Mensch und Freund schätzen lernen, erzählt der Autor. Auch das Thema Ausländerfeindlichkeit, in den 70er Jahren durch den Zuzug vieler "Gastarbeiter" ein Thema, wird nicht ausgespart.

Max von der Grün: Vorstadtkrokodile
Omnibus
ab 10 Jahre

Gudrun Pausewang
Die Wolke

Gudrun Pausewang schrieb ihren Roman unter dem Eindruck der Katastrophe von Tschernobyl. Er erschien erstmals 1987. Die Autorin beschreibt darin einen atomaren Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk. Aus der Sicht der 15-jährigen Janna-Berta wird erzählt, welche Folgen solch ein Super-GAU haben würde.

Dem Buch vorangestellt ist eine Anzeige, die im Mai 1986 in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" von sieben Männern und Frauen veröffentlicht wurde. Darin werden die Informationspolitik nach dem Unfall kritisiert und die Ängste in der Bevölkerung thematisiert.

Gudrun Pausewangs Roman ist ein Kind seiner Zeit, nicht nur, weil es sich auf ein Ereignis der 80er Jahre bezieht und die Anti-Atomkraft-Bewegung damals auf ihrem Höhepunkt war, sondern auch, weil es viele andere Anklänge an diese Zeit gibt. So gibt es im Roman die DDR noch und Janna landet bei der Flucht vor der Strahlung an der Grenze in Herleshausen. Die Bundesregierung sitzt noch in Bonn, es gibt keine Handys und ausländische Arbeitnehmer sind noch "Gastarbeiter".

Gleichzeitig ist der Roman aber auch heute noch von höchster Aktualität. Denn die Auseinandersetzung um Atomkraft hält noch immer an. Noch immer könnte ein atomarer Unfall auch bei uns passieren. Wären wir heute besser vorbereitet?

Gudrun Pausewang: Die Wolke

Ravensburger
ab 13 Jahre

Christine Nöstlinger
Ilse Janda, 14 oder: Die Ilse ist weg

"Ilse Janda, 14" erschien erstmals 1974. Ein breites Publikum erreichte 1976 die Verfilmung unter dem Titel "Die Ilse ist weg". Als typisches Jugendbuch seiner Zeit schildert es die Probleme eines Mädchens und bietet kein "Heile-Welt-Sicht".

Erzählt wird der Roman aus der Sicht der 12-jährigen Erika. Ihre Schwester Ilse ist abgehauen. Das war absehbar, denn schon lange gab es immer wieder Streit zwischen Ilse und der Mutter. Die Stimmung in der Patchwork-Familie ist schlecht, Ilse fühlt sich unverstanden.

Als Ilse dann eines Tages erst nach Mitternacht nach Hause kommt, verhängt die Mutter Hausarrest. Ilse bleibt nun zwar abends zu Hause, schwänzt aber dafür die Schule. Sie erzählt Erika, dass sie mit einer Schulfreundin nach London abhauen will. Und dann ist sie weg... aber abgeholt wurde sie von einem roten Sportwagen und als Erika die Freundin trifft, weiß diese von nichts! Höchste Zeit, dass Erika der Sache auf den Grund geht!

Christine Nöstlinger: Ilse Janda, 14 oder: Die Ilse ist weg
Arena Verlag
ab 12 Jahre

Maya Seidensticker
We love Fashion: Röhrenjeans und Schulterpolster

Lucys Traum wird wahr: Sie darf an die berühmte Bernstein Fashion School. Bevor sie allerdings aufgenommen wird, muss sie noch eine Prüfungsaufgabe meistern. Und die hat es in sich. Sie soll nämlich eine Modenschau im Stil der Achtzigerjahre organisieren. Aber was trug man damals eigentlich? Mit ihrer Schwester Hanna geht Lucy auf eine 80er-Jahre-Party - und prompt landen die beiden in einer Disco im Jahre 1985.

Mädchen von heute werden beim Lesen staunen, wie es in einer Zeit zuging, als Schulterpolster und Longshirts mit einem Knoten an der Seite der absolute Knaller in Sachen Mode waren. Aber auch sonst kann man hier wunderbar eintauchen in die Zeit, in der vielleicht die Eltern Jugendliche waren. Sprüche wie "Stück mal ein Rück", die Verabschiedung per "Tschüssikowski", Musik von Falco und Alphaville, Diät-Cola und "asbach uralt" machen das Lesen zu einem herrlichen Vergnügen. Und wie war das eigentlich, als man in Berlin unversehens vor einer Mauer stehen konnte, als es noch keine Handys gab und gelbe Telefonzellen mit Wählscheiben an den Straßen standen?

Maya Seidensticker: We love Fashion - Röhrenjeans und Schulterpolster
Loewe Verlag 2014
Empfohlen ab 12 Jahren

Maya Seidensticker
We love Fashion - Minirock und Flower-Power

Auch in der Fortsetzung von "Röhrenjeans und Schulterpolster" reisen Lucy und Hanna wieder in die Vergangenheit. Diesmal aber geht es in die sechziger Jahre. Die Schwestern erleben die Mondlandung von 1969 auf einer 60er-Jahre-Party mit und landen im Vorläufer ihrer Modeschule - damals ein Internat auf dem Boden der DDR!

Wie im ersten Band wird auch hier die Atmosphäre von damals wunderbar eingefangen. Nicht nur die Kleidermode, sondern auch Möbel, Sprüche, Technik und Lifestyle der sechziger Jahre werden lebendig dargestellt und in eine Geschichte verpackt, die vor Charme sprüht. Und natürlich ist auch Lasse wieder mit von der Partie!

Maya Seidensticker: We love Fashion - Minirock und Flower-Power
Loewe Verlag 2014
Empfohlen ab 12 Jahren

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