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Hintergrundbild Epoche

Was bedeutet Willy Brandts Kniefall von Warschau?


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Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau, das den Helden des Ghetto-Aufstandes vom April 1943 gewidmet ist.

Mit der Unterzeichnung des Moskauer Vertrags war der erste Schritt zu einer neuen Ostpolitik getan. Nun sollte auch mit Polen ein Vertrag geschlossen werden, in dem die Oder-Neiße-Linie von der Bundesrepublik als Westgrenze anerkannt wurde. Am Tag der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages besuchte Bundeskanzler Willy Brandt das "Ehrenmal der Helden des Ghettos". Dieses Ehrenmal war zum Gedenken an den Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto 1943 gegen ihre Deportation errichtet worden. Statt nur davor zu stehen, kniete Brandt nieder und verharrte dort einige Zeit.

Diese Bekundung von Demut war überraschend. International erfuhr sie große Beachtung. Denn dass hier jemand, der selber vor den Nationalsozialisten fliehen musste (siehe Biografie von Willy Brandt) und eben selber nicht für deren Verbrechen verantwortlich war, um Vergebung bat, war ein Zeichen von hoher Bedeutung. Er kniete nicht um seiner selbst willen dort, sondern für Deutschland und die Deutschen.

Der Kniefall ebnete den Weg für die weitere Ostpolitik Brandts. Für diese erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.



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