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Hintergrundbild Epoche

Willy Brandt, der erste Bundeskanzler der SPD


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Willy Brandt beim Besuch eines Kohlebergwerks in Dortmund 1974
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Willy Brandt und Walter Scheel nach der gewonnenen Wahl 1972
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Willy Brandt (links) und Helmut Schmidt (rechts) 1976

Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 war die CDU an der Regierung und stellte den Bundeskanzler: zunächst Konrad Adenauer, dann Ludwig Erhard, und schließlich in einer Großen Koalition Kurt Georg Kiesinger.

Brandt wird Kanzler

Bei der Bundestagswahl 1969 erreichten SPD und FDP zusammen genügend Stimmen für die Mehrheit im Bundestag. In einer gemeinsamen Koalition - der ersten sozialliberalen Koalition - regierten nun diese beiden Parteien. Und die SPD stellte den Bundeskanzler: Willy Brandt.

Was war neu?

Das Ziel der neuen Regierung war es, die Nachkriegsstarre zu überwinden. Reformen wurden angestoßen, zum Beispiel im Bereich der Bildung. Bekannt ist Willy Brandt aber vor allem für seine Neue Ostpolitik. Unter ihm wurde das angespannte Verhältnis zur DDR und zu den anderen Ostblockstaaten überwunden. Mit seinem Kniefall in Warschau setzte er international ein Signal. Dafür erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis.

Geflügelte Worte

"Mehr Demokratie wagen" wurde zum Motto von Brandts Politik. Die neue Verständigungspolitik im Ost-West-Konflikt stand unter der Losung "Wandel durch Annäherung" und folgte einer "Politik der kleinen Schritte".

Das Misstrauensvotum

Im Bundestag gab es nicht nur Zustimmung zur neuen Ostpolitik. Mehrere Abgeordnete wechselten aus Protest die Partei. So traten einige FDP-Abgeordnete in die CDU ein. Das kehrte plötzlich die Mehrheitsverhältnisse um. Die CDU sah ihre Chance und stellte im April 1972 ein Misstrauensvotum gegen Brandt. Rainer Barzel (CDU) trat gegen Brandt an. Wider Erwarten fehlten Barzel zwei Stimmen, um Bundeskanzler zu werden. So blieb Brandt also im Amt.

Die Vertrauensfrage und Neuwahlen

Da sich an den Mehrheiten aber nichts geändert hatte, stellte er schließlich selber einige Monate später die Vertrauensfrage. Die Regierung enthielt sich der Stimme, um so bewusst Neuwahlen herbeizuführen. Bei dieser Bundestagswahl gewann die SPD deutlich und war erstmals die stärkste Fraktion. Brandt wurde als Bundeskanzler bestätigt.

Der Rücktritt

Im April 1974 stellte sich heraus, dass der persönliche Referent Brandts, Günter Guillaume, ein Spion der DDR war. Man fürchtete, der Kanzler sei nun erpressbar, denn Guillaume wusste ganz Persönliches aus dem Umfeld Brandts. Brandt entschloss sich zum Rücktritt. Allerdings spielte dabei wohl auch seine angeschlagene Gesundheit eine Rolle. Wenige Tage nach dem Rücktritt wählte der Bundestag Helmut Schmidt zum neuen Bundeskanzler.


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