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Hintergrundbild Epoche

Wie und wo war die Studentenbewegung organisiert?


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Plakat des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Die Deutsche Bundesbahn warb mit demselben Slogan. (Quelle: Haus der Geschichte, Bonn)

Zwar spricht man meist von der "Studentenbewegung", aber nicht alle an den Demonstrationen Beteiligte waren tatsächlich Studenten. Dennoch machten sie einen großen Teil der Bewegung aus. Die Studenten waren vor allem im SDS organisiert. Sie wiederum verstanden sich als Teil der APO, der Außerparlamentarischen Opposition. Diese war aber keine Organisation, sondern ein lockerer Zusammenschluss. Man wollte mit ihr ja gerade außerhalb des parlamentarischen Systems etwas erreichen.

Was war der SDS?

SDS bedeutet Sozialistischer Studentenbund. Er wurde schon 1946 gegründet und sollte ein Gegengewicht zu den konservativen Studentenverbindungen sein. Zunächst stand der SDS der SPD nah, später aber kam es zu Meinungsverschiedenheiten und die SPD schloss ab 1961 SDS-Mitglieder aus. Großen Einfluss auf die Politik nach 1965 hatten Rudi Dutschke, Dieter Kunzelmann und Bernd Rabehl. Politisch stand man links, doch in vielen Einzelfragen war man sich nicht einig. Am Ende führte das zu einer Zersplitterung in viele kleine Gruppen und schließlich auch zur Auflösung des SDS 1970. Zuvor aber organisierte der SDS Demonstrationen wie die gegen den Schah-Besuch oder den Vietnamkongress und gab eine "Zeitschrift für sozialistische Theorie und Politik" heraus.

Wer war die APO?

Seit 1966 regierte die Große Koalition aus CDU und SPD. Das bedeutete, dass es im Parlament keine große Opposition gab – sie bestand nur aus den Mitgliedern der FDP. Die konnte sich gegen Beschlüsse wie die der Notstandsgesetze alleine nicht durchsetzen. Zudem fühlten sich viele, vor allem junge Bürger nicht von diesen drei Parteien vertreten. Darum wollte man von außen tätig werden, von außerhalb des Bundestages. Die APO, wie man "Außerparlamentarische Opposition" abkürzte, wurde vor allem, aber nicht allein, vom SDS getragen.

Was war die Kommune 1?

Die Kommune 1 war eine Wohngemeinschaft in Berlin. Sie wurde 1967 gegründet. Einige ihrer Mitglieder gehörten dem SDS an. Andere wie Rudi Dutschke hatten sich zunächst für die Kommune interessiert, sich dann aber gegen die Teilnahme an ihr entschieden. Zur Kommune 1 gehörten zwar nur wenige Personen, doch diese erregten viel Aufsehen und werden bis heute immer wieder mit der Studentenbewegung in Verbindung gebracht. Ihnen ging es vor allem um die Änderung der bürgerlichen Wohnformen und die Auflehnung gegen die spießige Gesellschaft. Viel Spaß hatten die Mitglieder an provokanten Auftritten. Im November 1969 löste sich die Wohngemeinschaft auf. Mehr zur Kommune 1 im Zeitstrahl.


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