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Hintergrundbild Epoche

Was geschah in Stammheim?


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Die Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim: Hier waren die RAF-Mitglieder der ersten Generation inhaftiert, hier fand ihr Prozess statt, hier begingen sie Selbstmord.

Ein besonderes Gefängnis

Im Stuttgarter Stadtteil Stammheim befindet sich ein Gefängnis. Offiziell heißen Gefängnisse "Justizvollzugsanstalten". Das Stammheimer Gefängnis ist besonders gut gesichert. Zum Beginn des Prozesses gegen die führenden Köpfe der Roten Armee Fraktion (RAF) wurde zusätzlich eine Halle angebaut, in der die Verhandlung direkt vor Ort stattfinden konnte. Alles wurde gesichert. Man spannte sogar Stahlseile, um eine Befreiung der Gefangenen aus der Luft zu verhindern. Die Gefangenen wurden im Hochsicherheitstrakt untergebracht. Nachdem sie in den ersten Jahren ihrer Haft alle in verschiedenen Gefängnissen einsaßen, waren sie hier nun an einem Ort.

Von der Anklage bis zum Urteil

Am 2. Oktober 1974 wurde offiziell Anklage gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe erhoben. Holger Meins starb im November an den Folgen des Hungerstreiks. Nach Beendigung des Hungerstreiks nach 140 Tagen Anfang Februar 1975 durften sich die vier Gefangenen täglich mehrere Stunden sehen. Ulrike Meinhof beging im Mai 1976 Selbstmord. Im April 1977 wurden Baader, Ensslin und Raspe verurteilt. Die Anwälte legten Revision ein.

Tod in Stammheim

Über die Revision war noch nicht entschieden, als im September 1977 Hanns Martin Schleyer entführt wurde. Die Gefangenen erhofften sich ihre Freipressung, doch die deutsche Regierung blieb hart. Dann wurde auch noch die "Landshut" entführt. In der Nacht zum 18. Oktober wurde das Flugzeug gestürmt. Damit war auch dieser Versuch der Erpressung fehlgeschlagen.

Die Gefangenen erfuhren davon und begingen Selbstmord. Offenbar konnten sie sich dazu über eine von Raspe gebaute Wechselsprechanlage verabreden. Diese nutzte das ehemalige anstaltseigene Rundfunksystem. Baader und Raspe erschossen sich. Die Pistolen hatte ein Anwalt ins Gefängnis geschmuggelt. Ensslin erhängte sich an einem Kabel. Irmgard Möller versuchte, sich mit einem Besteckmesser umzubringen, doch ihre Stichverletzungen waren nicht tödlich. Auf die Todesnachricht ihrer Gesinnungsgenossen reagierte die RAF draußen mit der Ermordung Schleyers.

Selbstmord oder Mord?

Schnell kam der Verdacht auf, dass die RAF-Mitglieder von Geheimdiensten ermordet worden seien. Dieser Verdacht, den auch ihre Anwälte äußerten, konnte aber nie erhärtet werden.

Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Welle

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