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Hintergrundbild Epoche

China: Von Mao Tse-tung zu Deng Xiaoping


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Porträt Mao Tse-tungs am Tor des himmlischen Friedens in Peking
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Die Mao-Bibel in einer deutschen Ausgabe
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Während der Kulturrevolution beschädigter Fries am Gartenhaus eines reichen kaiserlichen Beamten
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Der bundesdeutsche Außenminister Genscher (rechts) zu Gast bei Deng Xiaopeng (links), 1985.

Seit 1949 wurde China eine kommunistische Volksrepublik, nachdem die Kuomintang nach Taiwan geflohen waren (mehr dazu hier). Vorsitzender der Kommunistischen Partei war seit 1943 Mao Tse-tung, 1954 wurde er außerdem Staatspräsident. Seine Politik prägte China über mehrere Jahrzehnte. Seine Herrschaft forderte durch Misswirtschaft, diktatorische Machtausübung und als Folge der von ihm angestoßenen politischen Kampagnen Millionen von Toten.

Kulturrevolution

1966 begann die Kulturrevolution. Sie sollte Missstände in Staat, Kultur und Gesellschaft beseitigen und ein Schritt zum wahren und idealen Kommunismus sein. Der Klassenkampf war nach Mao nicht beendet, sondern musste fortgeführt werden, weil seiner Ansicht nach eine neue Ausbeuterklasse entstanden war. Diese sollte beseitigt werden.

Die Folgen

Das kulturelle Leben kam zum Erliegen, z. B. durften nur noch Opern aufgeführt werden, die proletarische Helden darstellten. Jegliche Kultur, die nicht ins Schema passte, wurde verboten oder zerstört. Auch die Universitäten stoppten ihren Betrieb. Es sollte keine neue Bildungsschicht entstehen. Die Kulturrevolution brachte ein Jahrzehnt von Chaos und Zerstörung.

Die Roten Garden

Zur Durchführung der Kulturrevolution trugen vor allem die Roten Garden bei. Das waren Mao treu ergebene Gruppen von jungen Leuten. Ihr Erkennungszeichen war ein rotes Armband.
Sie durchsuchten Haushalte und zerstörten alles, was als "bürgerlich" oder "kapitalistisch" angesehen wurde. Bücher oder Möbel gehörten genauso dazu wie religiöse Statuen oder Gebäude. Personen wie Lehrer oder Universitäts-Professoren wurde gedemütigt, indem man ihnen Schandhüte aufsetzte oder ihnen Tinte ins Gesicht spritzte.
Da sich die Gruppen selbst gründeten, kam es aber auch zu Streit über das weitere Vorgehen. Die Bewegung zersplitterte  und die Gruppen verfolgten unterschiedliche Interessen. 1968 wurden die Roten Garden aufgelöst.

Die Mao-Bibel

Das Buch "Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung" erschien 1965 und wurde in der Kulturrevolution besonders wichtig. Es enthält mehr als 400 Zitate Maos. Jeder Chinese sollte es bei sich tragen. Man begrüßte sich sogar mit einem Zitat aus dem Buch, das auch "Mao-Bibel" genannt wird.

Chinesisch-sowjetisches Zerwürfnis

Das Verhältnis der beiden kommunistischen Länder China und Sowjetunion wurde schon ab 1959  immer schlechter. Man stritt um den Führungsanspruch. Der sowjetische Staatschef Chruschtschow betrieb eine Reformpolitik mit einer leichten Öffnung, die Mao nicht passte. Auch unter Breschnew näherten sich die beiden Staaten nicht wieder an, im Gegenteil. Die Kontakte wurden 1966 ganz abgebrochen, China begab sich international in die Isolation. Erst 1972 kam es wieder zu einer langsamen Annäherung.

Das Ende der Kulturrevolution

Deng Xiaoping hatte sich in die Parteispitze vorgearbeitet, wurde dann aber im April 1976 von Mao abgesetzt. Im September 1976 starb Mao. Ein Jahr später wurde Deng Xiaoping wieder in seine früheren Ämter eingesetzt. Die Kulturrevolution, für die Mao zehn Jahre lang stritt, war damit zu Ende.

Deng Xiaoping

Unter Deng Xiaoping setzte eine neue Phase in Chinas Politik ein. Offiziell begann die Reform- und Öffnungspolitik 1978. China entwickelte sich zu einer der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Die Lebensumstände verbesserten sich deutlich. Die Kontrolle über das persönliche Leben des Einzelnen wurde gelockert. Die Wirtschaftspolitik entwickelte sich hin zu einer sozialistischen Marktwirtschaft. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist heute jedoch in China besonders groß.

Was noch so los war in China, erfährst du bei Kinderweltreise.


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