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Hintergrundbild Epoche

Fernseher: In die Röhre gucken


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Radio- und Fernsehgeschäft in Schweden 1961. In der Bundesrepublik sahen die Geräte aber genauso aus.
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Sony Farbfernseher mit Trinitron-Bildröhre, 1970er Jahre
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Start des Farbfernsehens
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Fernbedienung von 1973

Die Fernseher von heute unterscheiden sich ziemlich von denen der 60er bis 80er Jahre. Flachbildschirme gab es noch nicht, dafür standen dicke Röhrengeräte in den Wohnzimmern. Und 1963, da gab es noch nicht einmal Farbfernseher... Auch von einer Fernbedienung waren die meisten Zuschauer noch weit entfernt.

In die Röhre gucken!

In den 30er Jahren war der Röhrenfernseher entwickelt worden und hatte sich schnell durchgesetzt. Er besaß eine Bildröhre, die viel Platz im Gerät benötigte. In den 60er Jahren umgab man den Fernseher mit einem eckigen Gehäuse aus Holz, häufig war das Gestell gleich dabei. Später wurden die Umkleidungen weggelassen und die Rückseite der Fernseher war aus Kunststoff.

In Farbe gucken!

Mit Farbfernsehen hatte man zwar schon bald nach der Erfindung des Fernsehens experimentiert, doch es sollte noch dauern, bis es serienreif wurde. 1953 wurde das Farbfernsehen in den USA eingeführt, in der Bundesrepublik sogar erst 1967.

Start auf der Funkausstellung
Medienwirksam startete Bundeskanzler Willy Brandt am 25. August 1967 das Farbfernsehen, indem er auf der Internationalen Funkausstellung auf einen roten Knopf drückte. Dieser war übrigens eine Attrappe und bewirkte tatsächlich gar nichts. Dafür schalteten die Techniker das neue Farbsignal schon frei, kurz bevor Brandt die Taste drückte...

Ganz schön teuer
Ein Farbfernseher kostete 1967 im Durchschnitt 2400 D-Mark. Ein günstiger VW Käfer war immerhin schon für 4525 D-Mark zu bekommen, im Vergleich war der Fernseher also ganz schön teuer! Das konnten sich zunächst nur wenige Haushalte leisten. 1972 und 1974 kurbelten die Olympischen Spiele in München und die Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land den Verkauf von Farbfernsehern an. Vergleichsweise teuer blieben sie aber bis Mitte der 70er Jahre.

PAL oder SECAM?
Bei der Entwicklung des neuen Farbsystems war wichtig, dass auch die alten Schwarz-Weiß-Fernseher die farbig ausgestrahlten Sendungen anzeigen würden (natürlich nur in Schwarz-Weiß). In Europa setzten sich zwei Systeme parallel durch: SECAM in Osteuropa, der Sowjetunion, Griechenland und Frankreich, PAL in den meisten übrigen Ländern. In den USA hingegen benutzt man das NTSC-Verfahren. Weil in der Bundesrepublik der PAL-Standard herrschte, in der DDR aber SECAM, konnte man das Programm gegenseitig nicht farbig empfangen - aber immerhin weiter in Schwarz-Weiß.

Bequemlichkeit geht vor!

Den Fernseher anmachen, umschalten oder die Lautstärke ändern? Das musste man alles direkt am Fernseher erledigen. 1948 war zwar schon eine erste Fernbedienung entwickelt worden, doch die war noch mit einem Kabel mit dem Fernseher verbunden. Erste kabellose Fernbedienungen für Fernseher gab es 1959, doch die waren klobige Kästen und setzten sich noch nicht durch. Erst ab Mitte der 70er Jahre wurden sie technischer Standard. Das Zappen zwischen verschiedenen Sendern kam dann nach 1984 auf, als zu den bisherigen drei Programmen die Privatsender [Link] kamen.

Mehr Infos!

Am 1. Juni 1980 startete mit dem Videotext ein Service für die Zuschauer von ARD und ZDF. Entwickelt worden war er 1974 in England. Mit dem Videotext konnten nun weitere Informationen abgerufen werden, z. B. zum laufenden Programm oder auch Nachrichten.

Und wie viele guckten?

1963 besaß etwa ein Drittel der Haushalte einen Fernseher (34 Prozent). 1969 hatte sich der Anteil schon auf 73 Prozent erhöht, bis 1978 waren es schon 93 Prozent. In Farbe guckte davon aber erst die Hälfte der Zuschauer.

Mehr zum Fernsehprogramm unter Fernsehen: 3 Programme, Testbild, Ansagerin – und endlich Farbe!


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