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Die Datsche


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Datschen in Markkleeberg bei Leipzig, 1952
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18.7.1970 Vor den Toren Wismars haben die Kleingartenliebhaber ihr Reich. Im Hintergrund die Silhouette Wismars, markiert von hohen Krananlagen der Mathias-Thesen-Werft und des Wismarer Hafens sowie von den Türmen der gothischen Backsteinkirchen.

Viele DDR-Bürger besaßen eine Datsche. Das Wort leitet sich aus dem Russischen ab und bedeutet Ferienhaus. Nach Schätzungen gab es in der DDR etwa 3,4 Millionen Datschen.

Warum eine Datsche?

Im dazugehörigen Garten baute man Obst und Gemüse an, sodass die Datsche auch zur täglichen Versorgung beitrug. Das Wohnen im engen Plattenbau und die eingeschränkten Reisemöglichkeiten waren ebenfalls Gründe, sich eine Datsche zuzulegen. Wer in Rente ging, zog oft ganz um in seine Datsche.

Sogar Geld ließ sich machen: Die herangezogenen Gurken oder Tomaten verkaufte man an die staatlichen Annahmestellen und erhielt mehr Geld dafür, als die Ware dann im Laden kostete. So kaufte man sie dort wieder für weniger Geld ein... Solche kuriosen Auswüchse hatte die Planwirtschaft...

Wie und wo?

Das Haus war meist in Leichtbauweise errichtet. Es entstanden Siedlungen mit vielen Datschen. Man fand sie in der Umgebung der Städte, aber auch an landschaftlich besonders schönen Orten wie an den Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Ihre Besitzer konnten die Datsche meist in weniger als einer Stunde Fahrzeit erreichen.

Ein Gefühl von Freiheit

Vergeben wurden die Grundstücke vom Staat. Mit den Datschen wollte man nicht nur die Versorgung mit Obst und Gemüse im Land verbessern, sondern auch der Unzufriedenheit im Land begegnen. Anders als in bundesdeutschen Kleingartenvereinen gab es in den Datschen keine Vorgaben für die Höhe der Hecke oder die Art der Bepflanzung. So genossen die Datschenbesitzer hier eine Freiheit, die sie sonst so oft vermissten.


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