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Urlaub


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Ferienfreuden am Ostseestrand, Ahlbeck 1952
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Urlauber mit Ferngläsern am Strand von Prerow auf dem Darß 1955
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An Bord des FDGB-Urlauberschiffes "Fritz Heckert", 1961

Während die Westdeutschen ihr Traumland Italien entdeckten und nach und nach in die ganze Welt aufbrachen, blieben den DDR-Bürgern viele Reiseziele verwehrt. Ins kapitalistische Ausland durften sie nicht fahren (siehe dazu: Freizügigkeit unter Ausreisewelle). Entweder blieb man also im eigenen Land und fuhr z. B. an die Ostsee oder man wählte ein sozialistisches Land als Urlaubsziel aus.

Spontan nur in die Tschechoslowakei

Ohne vorherigen Antrag und somit spontan kam man jedoch auch da seit einem Abkommen 1972 nur in die Tschechoslowakei oder nach Polen. Für Polen wurde der visafreie Reiseverkehr 1980 wieder aufgehoben, nachdem dort die Gewerkschaft Solidarnosc erstarkt war.

Reiseanlage

Für alle anderen Länder wurde eine "Reiseanlage für den visafreien Reiseverkehr" benötigt, die man dann zusätzlich zum Personalausweis mitzuführen hatte. Sie musste man mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn bei der Meldestelle der Volkspolizei beantragen. Reisen nach Bulgarien, Ungarn oder Rumänien wurden meistens ohne Probleme genehmigt. Eine Garantie gab es darauf aber nicht.

In die Sowjetunion bitte nicht privat

Fahrten in die Sowjetunion als Urlaubsreisen für Einzelne waren unerwünscht. Dorthin kam man nur mit einer organisierten Reise über ein Reisebüro oder mit einer von den sowjetischen Behörden beglaubigten Einladung eines Gastgebers. Wer privat reisen wollte, musste eine vorgeplante Route in vorgebuchten Hotels nachweisen.

Urlaub im eigenen Land

Wer sich für einen Urlaub in der DDR entschloss, fuhr gerne an die Ostsee, z. B. nach Rügen, auf den Darß oder nach Usedom, aber auch in die Sächsische Schweiz oder den Thüringer Wald. Streng verboten war es übrigens, die Ostsee mit einem Boot zu befahren - denn das konnte schon als versuchte Republikflucht ausgelegt werden. Viele Urlaubsreisen wurden über die Betriebe organisiert, denn die meisten Betriebe der DDR verfügten über eigene Ferienheime.

Auch der FDGB besaß eine Vielzahl an Ferienheimen. Einen Platz bekamen bevorzugt die, die sich als gute Sozialisten erwiesen hatten. Das galt auch für die ebenfalls vom FDGB vergebenen Plätze auf den Kreuzfahrtschiffen "Völkerfreundschaft", "Fritz Heckert" und "Arkona", letzteres wurde das "Traumschiff für Arbeiter und Bauern" genannt. Außerdem gab es auch staatliche Campingplätze. Wem all das zu teuer war, der machte Urlaub zu Hause, bevorzugt in seiner Datsche.

Reisebüros

Es gab nur ein staatliches Reisebüro, den VEB "Reisebüro der DDR". Hier konnte man Hotels oder Campingplätze buchen, aber auch Bahn- und Flugtickets kaufen. Ab 1975 gab es außerdem "Jugendtourist", ein Reisebüro der FDJ extra für junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren. Hier wurden vor allem organisierte Gruppenreisen in das sozialistische Ausland angeboten.


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