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Die Jugendweihe


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Jugendweihe, Berlin 1975. Egon Krenz, Erster Sekretär der FDJ, gratuliert.
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Jugendweihe, Berlin 1986

Die Tradition einer Jugendweihe als Alternative zur kirchlichen Aufnahme in die Religionsgemeinschaft (wie bei der Konfirmation der Protestanten) gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. In der DDR griff man dies, auch als Tradition der Arbeiterbewegung, wieder auf. Damit verbunden war die Absicht, die Rolle der Kirchen und der Religion in der Bevölkerung zurückzudrängen.

Aufruf zur Jugendweihe

1954 wurde erstmals zur Jugendweihe aufgerufen, 1955 fand die erste Jugendweihe in Ost-Berlin statt. Ab 1958 wurde die Jugendweihe unter Drohung und Zwang auch bei denen durchgesetzt, die sich ihr eigentlich verweigern wollten. Wer nicht teilnahm, musste mit Nachteilen in der Schule oder in der Lehre rechnen und wurde z. B. nicht zur Oberschule oder zum Studium zugelassen. In den 1970er und 1980er Jahren betrug die Teilnehmerzahl an den Jugendweihen dann sogar bis zu 97 Prozent.

Jugendstunden

So nahmen also immer mehr Jugendliche an der Jugendweihe teil, immer weniger wurden konfirmiert. Ein Jahr lang besuchten sie zuvor die Jugendstunden. Das geschah meist mit der Schulklasse. Sie erhielten Unterricht im Sinne der SED-Ideologie, hörten Vorträgen zu und nahmen an Besichtigungen von Museen oder Betrieben teil.

Fest und Geschenke

Mit 14 Jahren erfolgte dann die Jugendweihe in einer feierlichen Zeremonie. In einem Gelöbnis bekannten sich die Jugendlichen zum sozialistischen Staat, zur Freundschaft mit der Sowjetunion und mit den anderen sozialistischen Bruderstaaten sowie zum Kampf für Frieden und gegen den Imperialismus.

Sie waren damit in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und wurden nun auch in der Schule gesiezt. Sie erhielten eine Urkunde und ein Buch. Bis 1974 war das das Buch "Weltall Erde Mensch", ab 1975 gab es "Der Sozialismus, deine Welt", ab 1983 "Vom Sinn unseres Lebens". Auch von den Verwandten gab es Geschenke.


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