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Möbel


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Typisches Wohnzimmer aus DDR-Zeiten, zu sehen im DDR-Museum in Berlin
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Schrankwand und Polstergarnitur auf der Leipziger Herbstmesse im Jahr 1974
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Typisches Arbeitszimmer mit Hellerauer Schrankwand (MDW 80), zu sehen im DDR Museum Radebeul.

Wie richtete man sich ein in der DDR?

1950er Jahre

In den 50er Jahren sahen sich die Möbel in Ost und West noch sehr ähnlich. Noch vorhandene Möbel aus der Vorkriegszeit wurden natürlich weitergenutzt. Junge Leute, die sich neu einrichten wollten, griffen auf das zurück, was modern war. Und das waren auch in der DDR Nierentisch und Cocktailsessel (siehe auch: Nierentisch und Tütenlampe).

Deutsche Werkstätten Hellerau

Schon 1898 waren die "Deutschen Werkstätten" als Möbelfabrik gegründet worden, seit 1910 produzierte man in Hellerau bei Dresden. Das Unternehmen blieb auch in der DDR bestehen. Ab 1970 war Hellerau dann das Stammwerk des VEB Möbelkombinat Hellerau, zu dem mehrere weitere Möbelunternehmen in der DDR gehörten.

Möbelserie 602

Ab 1957 stellte man in Hellerau die Möbelserie "602" her, die Franz Ehrlich entworfen hatte. Sie repräsentierte einen Stil, den man auch als "skandinavisch" bezeichnete:  zurückhaltend, modern, schmucklos und vor allem als "ergänzungsfähiges Anbaumöbel" geeignet. Junge Leute konnten sich nach und nach etwas dazukaufen und mussten nicht fürchten, dass es die Möbel nach einem Jahr nicht mehr gab.

Möbelserie MDW

Ab 1967 wurde dann das Möbelprogramm Deutsche Werkstätten (MDW) in Hellerau produziert. 24 Jahre lang wurde es in großen Stückzahlen auf den Markt gebracht. Die Möbelserie MDW wurde von dem Möbeldesigner Rudolf Horn entworfen.

Das MDW bestand aus senkrechten Seitenwänden und Regalen in weißem Schleiflack mit Fronten in dunklem Holzfurnier. Im Angebot waren Möbel für Wohn-, Schlaf-, Arbeits- und Jugendzimmer sowie den Flur. Die Schrankwand im Wohnzimmer wurde Standard - wie in der Bundesrepublik auch. Angepasst wurden die Möbel an die Maße der beiden wichtigsten Wohnungsbauserien P 2 und WBS 70.

Das Neuartige am MDW war, dass es in einzelnen Modulen erhältlich war und selber montiert werden konnte. Allerdings kamen nur sechs der geplanten 12 Module in die Produktion. Außerdem unterlief der Handel das System: Man verkaufte dort vor allem fertig geplante Schrankwände, die dem möglichen vielfältigen Aufbau nicht Rechnung trugen.

Seit 1974 wurden dann auf Anweisung von oben nur noch vormontierte Möbelkörper in Hellerau produziert, das Holzfurnier wurde außerdem durch Holzdekorfolie ersetzt. Die Lieferzeit betrug oft ein Jahr oder mehr.

Gleichförmigkeit in den Wohnungen

Weil es kaum andere Möbel zu kaufen gab, sahen die Möbel in den Wohnungen nun sehr ähnlich aus - zumal ja auch die Wohnungen in den Plattenbauten alle gleich geschnitten waren. Außerdem waren von 612 Möbelfabriken im Jahr 1956 nur noch 5 Kombinate im Jahr 1986 übrig. Auch das trug zur Gleichförmigkeit bei. Wer es gerne etwas individueller hatte, der musste Erbstücke von Oma restaurieren oder für ungewöhnliche Dekostücke sorgen.


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