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Wer war der Klassenfeind?


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So kann man sich eine Klassengesellschaft als Bild vorstellen. Ganz unten stehen die vielen Arbeiter, oben wenige Reiche.

Nach Marx und Engels standen sich im Kapitalismus die Kapitalisten (z. B. Fabrikbesitzer) und Arbeiter gegenüber. Beide befanden sich stets im Kampf miteinander, denn die einen beuteten die anderen aus. Dieser Klassenkampf soll jedoch zu einem Umsturz führen. Nach einer solchen Revolution sollte es eine klassenlose Gesellschaft geben, in der alle gleich und gleich wohlhabend sind.

Aus Sicht der Arbeiter waren die Kapitalisten darum ihre Feinde, ihre "Klassenfeinde". Der Begriff wurde von Marx und Engels so allerdings nie gebraucht.

In der DDR wurde der Begriff Klassenfeind für die Kapitalisten im Westen benutzt und so gleich für die ganzen westlichen Staaten, insbesondere für die Bundesrepublik, aber auch für die USA oder für das westliche Verteidigungsbündnis (NATO). Diese "äußeren" Klassenfeinde wurden auch "imperialistisch" oder "faschistisch" genannt. So konnte die Berliner Mauer dann auch als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet werden.

Es gab auch "innere Klassenfeinde", nämlich all jene, die das System der DDR kritisierten oder von der vorgegebenen Linie abwichen. Sie wurden im Jargon der SED als "feindlich-negative Personen" bezeichnet (siehe dazu auch: Opposition).

Das Denken in Freund-Oder-Feind-Klassifizierungen gab man den DDR-Bürgern von Kindheit an mit auf den Weg. Man vermittelte ihnen, dass nur sie auf dem richtigen Weg seien, dem Klassenfeind hoch überlegen seien und irgendwann als Sieger der Geschichte hervorgehen würden.


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