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Die Wirtschaft der DDR


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Auch Kinder halfen beim Wiederaufbau nach dem Krieg mit. Hier ein Junge 1953

Welche "Wirtschaft" betrieb die DDR? Was war typisch für sie und welche Entwicklung nahm sie im Laufe der 40 Jahre, die es die DDR gab?

Sozialistische Wirtschaftspolitik: Planwirtschaft und Verstaatlichung

Als sozialistischer Staat orientierte sich die DDR auch an einer sozialistischen Wirtschaftspolitik. Statt der Marktwirtschaft, wie sie in kapitalistischen Ländern wie der Bundesrepublik praktiziert wird, galt hier die Planwirtschaft: Vorher festgelegte Pläne sollen in einem bestimmten Zeitraum wie z. B. in 2 oder 5 Jahren, erfüllt werden.

Ein weiterer Grundsatz der sozialistischen Wirtschaft war die Verstaatlichung. Betriebe und Fabriken, aber auch Bauernhöfe, sollten nicht einem Einzelnen gehören, der daraus Profit schlägt, sondern der Gemeinschaft, dem Volk. So entstanden die "Volkseigenen Betriebe" (VEB) und die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG).

Nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Wirtschaft, wie in der Bundesrepublik und in ganz Europa, auch in der DDR am Boden. Deshalb ging es zunächst darum, Aufbau zu betreiben. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und auch mit Konsumgütern musste zunächst einmal sichergestellt werden und sollte natürlich das Niveau von vor dem Krieg wieder erreichen. Viele Waren des täglichen Bedarfs waren lange Zeit rationiert, wurden also zugeteilt. Bis 1958 gehörten z. B. Butter, Fleisch und auch Schuhe zu diesen zugeteilten Waren.

Im Handel setzte man ebenfalls auf Verstaatlichung: 1948 wurde die "Handelsorganisation", kurz HO (siehe: Einkaufen), gegründet. Neben diesem staatlichen Einzelhandelsunternehmen wurden auch Konsumgenossenschaften gefördert, die gemeinschaftlich vor allem Nahrungsmittel beschafften und verkauften, nämlich in den "Konsum"-Läden. Private Handelsunternehmen wurden durch hohe Steuern benachteiligt und verloren so immer mehr an Bedeutung.

Umschwung und Aufschwung unter Ulbricht

Unter dem Staatschef Walter Ulbricht erhielt die Wirtschaftspolitik ab 1963 einen Kurswechsel. Eingeführt wurde das "Neue Ökonomische System der Planung und Leitung", kurz NÖSPL genannt. Betriebe erhielten mehr Eigenverantwortung und durften nach Gewinn streben.

Auch Leistungsanreize für die Arbeiter sollten die Wirtschaft ankurbeln. Das geschah auch: Die Wirtschaft verbesserte sich und unter den sozialistischen Ländern nahm die DDR bald eine herausragende Stellung ein. Trotz wirtschaftlicher Steigerung konnte die DDR einem Vergleich mit der Bundesrepublik aber nicht standhalten und auch die Versorgung der Bevölkerung z. B. mit Elektrogeräten blieb mangelhaft. Ein weiteres Problem war die Abwanderung der Bevölkerung, durch die wiederum qualifizierte Arbeitskräfte fehlten.

"Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" unter Honecker

Zudem fürchtete die Staatspartei SED um ihre Macht. So wurden unter dem neuen Staatschef Erich Honecker ab 1971 viele Reformen zurückgenommen. Mit der Lösung der Wirtschaftsprobleme sollten nun auch die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert werden. Das "Glück des Volkes" wurde zum obersten Grundsatz erhoben. Der höhere Lebensstandard sollte sich dann wieder positiv auf die Wirtschaftsleistung auswirken.

Zuschüsse fordern am Ende einen hohen Preis

Nach außen präsentierte sich die DDR als fortschrittliche Nation. Grundnahrungsmittel, Fahrkarten für Bahn und Bus, Kleidung oder der Friseurbesuch waren sehr billig, weil der Staat diese Waren und Dienstleistungen subventionierte: Er gab Geld dazu und hielt die Preise mit diesen Zuschüssen niedrig.

Dadurch aber fehlte im Staatshaushalt Geld. Auch steigende Rohstoffpreise und Sozialleistungen wie Wohnungsbau oder erhöhte Löhne und Renten forderten ihren Preis. Kredite aus dem Westen verhinderten Anfang der 80er Jahre einen Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft.

Was lief schief?

Stabile Preise und Waren, die sich jeder leisten kann, sind doch nicht schlecht, oder? Doch die rigorose staatliche Lenkung hemmte die wirtschaftliche Leistung. Zudem waren "Luxusgüter" auf der anderen Seite extrem teuer oder kaum zu bekommen. Die berühmten Bananen oder Orangen gab es fast nie zu kaufen und auf ein Telefon oder ein Auto musste man jahrelang warten.


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