WERBUNG
WERBUNG
 
 
 
 

Autoren


0
Hermann Kant (rechts) gratuliert Erwin Strittmatter (links) zum 75. Geburtstag (1987)
1
Stefan Heym 1989
2
Christa Wolf (rechts) im Gespräch mit der rumänischen Schriftstellerin Grete Tabarasi (1987)
3
Sarah Kirsch und ihr Mann Rainer 1964 (links und Mitte)
4
Jurek Becker (2. von links) neben dem westdeutschen Autor Günter Grass (links) bei der "Berliner Begegnung zur Friedensförderung" 1981

Während der40 Jahre DDR gab es natürlich viele Autoren von Romanen, Gedichten und Theaterstücken. Es gab die, die von der Staatsführung hofiert wurden und die, die sich nicht beugen lassen wollten. Manche Autoren stellten Ausreiseanträge, andere wurden ausgebürgert. Und natürlich schrieb man 1950 anders als 1985. Einige der bekannteren DDR-Autoren sollen hier kurz vorgestellt werden.

Erwin Strittmatter (1912-1994)
Bekannt wurde Strittmatter 1954 mit dem Jugendbuch "Tinko". 1963 erschien der Roman "Ole Bienkopp", der zu einem der meistgelesenen Bücher der DDR wurde. Zum späteren Hauptwerk gehört die Trilogie "Der Laden" (1983-1987-1992). Strittmatter wurde von der offiziellen DDR-Literaturkritik immer wieder scharf attackiert. Dennoch wurde er 1964 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet.

Stefan Heym (1913-2001)
Der Journalist jüdischer Herkunft war 1935 in die USA emigriert und veröffentlichte dort seinen ersten Roman. 1952 verließ er Amerika, ging nach Prag und übersiedelte von dort in die DDR. Als überzeugter Sozialist und Antifaschist wurde Heym dort zunächst hofiert. Schon ab 1956 kam es zu ersten Konflikten mit der SED-Führung, als ein Buch Heyms über den Aufstand des 17. Juni nicht veröffentlicht werden durfte.

1965 erhielt Heym ein generelles Veröffentlichungsverbot, 1969 wurde gegen ihn eine Geldstrafe verhängt, weil er in der BRD ein Werk hatte drucken lassen. Die kulturpolitischen Lockerungen ab 1971 führten dazu, dass Bücher Heyms in kleinen Auflagen wieder in der DDR gedruckt wurden. Sein Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns hatte erneut ein Veröffentlichungsverbot zur Folge sowie 1979 eine Verurteilung wegen Veröffentlichung im Westen und Ausschluss aus dem Schriftstellerverband. In den 1980er Jahren unterstützte Heym die Bürgerrechtsbewegung. Bekannte Bücher: "Lassalle" (1968), "Der König David Bericht" (1972), "Collin" (1979), "Ahasver" (1981).

Hermann Kant (geb. 1926)
Hermann Kant kam 1949 aus der Kriegsgefangenschaft, ging in die DDR und trat der SED bei. 1962 erschienen seine ersten Erzählungen, 1965 der erste Roman "Die Aula". Zu seinem Kennzeichen wurde eine satirische und ironische Schreibweise. Seine Rolle als Schriftsteller in der DDR schwankte zwischen Anpassung und Kritik. Er war Abgeordneter der Volkskammer und ab 1986 Mitglied des ZK der SED. Weitere Romane: "Das Impressum" (1972), "Der Aufenthalt" (1977).

Christa Wolf (1929-2011)
Christa Wolf war eine der populärsten Autorinnen der DDR und wurde auch im Westen viel gelesen. 1949 trat sie in die SED ein, ab 1962 arbeitete sie als freie Autorin. Sie protestierte gegen die Ausbürgerung Biermanns und erhielt eine "Rüge". Dennoch durfte sie auch in den nächsten Jahren ins Ausland reisen. Bekannteste Werke: "Der geteilte Himmel" (1963), "Nachdenken über Christa T." (1968), "Kein Ort. Nirgends" (1979), "Kassandra" (1983).

Reiner Kunze (geb. 1933, ab 1977 in der Bundesrepublik)
Reiner Kunze ist vor allem Lyriker, er schreibt also Gedichte. 1969 stieß ein Gedichtband von ihm auf Widerstand in der SED. Kunzes bekanntestes Werk ist jedoch die Prosa-Sammlung "Die wunderbaren Jahre", die 1976 in der BRD veröffentlicht wurde und harte Kritik an der DDR übte. Kunze wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und stellte ein Ausreiseantrag, der nach drei Tagen genehmigt wurde.

Sarah Kirsch (geb. 1935, ab 1977 in der Bundesrepublik)
Auch Sarah Kirsch schrieb vor allem Gedichte. Sie protestierte gegen die Ausbürgerung Biermanns und wurde aus der SED und dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. 1977 siedelte sie in den Westen über.

Jurek Becker (1937-1997, ab 1977 in der Bundesrepublik)
Der gebürtige Pole lebte ab 1945 in Ost-Berlin. 1957 trat er in die SED ein, seit 1960 arbeitete er als freier Schriftsteller. Sein bekanntestes Buch ist "Jakob der Lügner" von 1969. Auch er wurde 1976 nach Protesten gegen die Ausbürgerung Biermanns aus der SED und dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seine Bücher wurden nicht mehr veröffentlicht. 1977 ging er in den Westen.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Autoren von Theaterstücken findest du unter Theater, hier auch alles über Bertolt Brecht.


WERBUNG
WERBUNG
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert von: