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Bühnenautoren


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Peter Hacks 1976
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Probe zu Ödipus, Tyrann, 1967 (Heiner Müller links)
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Ulrich Plenzdorf (1993)
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Christoph Hein bei der Alexanderplatz-Demonstration am 4. November 1989

In den Jahren nach dem Krieg waren es die Stücke von Bert Brecht und seine Inszenierungen in Ost-Berlin, die das Theaterleben entscheidend prägten. Nach seinem Tod 1956 leitete Brechts Frau Helene Weigel noch bis 1972 das Berliner Ensemble.

Doch ab den 1960er Jahren drängte es neue Dramatiker auf die Bühnen. Die bekanntesten waren Peter Hacks, Heiner Müller und Ulrich Plenzdorf. Hacks und Müller wurden bekannt durch ihre Bearbeitungen von Mythen und Geschichtsstoff, Plenzdorf vor allem durch "Die neuen Leiden des jungen W.".

Peter Hacks (1928-2003)

Peter Hacks zog 1955 von München nach Ost-Berlin. Er begründete in den 1960er Jahren eine "sozialistische Klassik". Obwohl Hacks in der DDR manchmal als zu "bürgerlich" angesehen wurde, wurde ihm große Anerkennung auch von staatlichen Stellen zuteil. Er erhielt 1974 den Nationalpreis der DDR Zweiter Klasse und 1977 den Nationalpreis der DDR Erster Klasse (siehe dazu: Preise und Auszeichnungen in der DDR).

Anders als viele andere Künstler begrüßte Hacks 1976 die Ausbürgerung Wolf Biermanns und wurde dafür von diesen kritisiert. Auch den Bau der Berliner Mauer hatte er gutgeheißen. Sein wohl bekanntestes Stück schrieb er 1974: "Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe". Es wurde zu einem Welterfolg.

Heiner Müller (1929-1995)

Anders als Hacks entwickelte sich Heiner Müller zu einer Person der Opposition. Seine ersten Stücke schrieb er in den 1950er Jahren. 1961 wurde "Die Umsiedlerin" nach der Uraufführung abgesetzt und Müller wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Arbeit war nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich, teilweise schrieb Müller unter einem fremden Namen (Pseudonym).

Sein Stück "Der Bau" wurde ebenfalls abgesetzt, gleich verboten wurde "Mauser" (1970). Es wurde erstmals 1975 in den USA und dann 1980 in der Bundesrepublik aufgeführt. Auch die Stücke "Germania Tod in Berlin" (1956, Überarbeitung 1971), "Die Hamletmaschine" (1977) und "Der Auftrag" (1979) wurden bald nach Erscheinen im Westen uraufgeführt. Dennoch war es, auch nach Fürsprache z. B. durch Peter Hacks und Benno Besson, möglich, ab 1970 als Dramaturg am Berliner Ensemble zu arbeiten. Anerkennung durch die staatliche Obrigkeit erfuhr Müller erst spät: 1986 verlieh ihm Erich Honecker den Nationalpreis Erster Klasse.

Ulrich Plenzdorf (1934-2007)

Plenzdorfs Eltern siedelten als überzeugte Kommunisten 1950 mit ihrem Sohn von West- nach Ost-Berlin um. "Die neuen Leiden des jungen W." wurden 1972 als Bühnenstück in Halle (Saale) uraufgeführt. Es wurde zu einem der meistgespielten Gegenwartsstücke in der Bundesrepublik, wo es auch als Erzählung erschien.

In der DDR-Jugendsprache der 1970er Jahre erzählt Plenzdorf die tragische Geschichte des 17-jährigen Edgar Wibeau. Der versucht aus seiner kleinbürgerlichen Umwelt auszubrechen und findet beim Lesen von Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werther" von 1774 immer wieder Anknüpfungspunkte zu seinem eigenen Leben. Bekannt ist Plenzdorf zudem für sein Drehbuch zu "Die Legende von Paul und Paula".

Christoph Hein und andere

Zur jüngeren Generation der DDR-Dramatiker gehören z. B. Christoph Hein (geb. 1944) und Lothar Trolle (geb. 1944). Heins erfolgreichstes Stück wurde "Die Wahre Geschichte des Ah Q" von 1983.


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