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Die Theaterlandschaft


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Das Deutsche Theater Berlin 1962
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Benno Besson (stehend) bei einer Diskussion über das Lehrstück "Die Ausnahme und die Regel" von Bertolt Brecht im Jahre 1976
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Schauspielhaus am Gendarmenmarkt 1968. Der Wiederaufbau dauerte bis 1984.
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Maxim-Gorki-Theater 1979

213 Spielstätten in 80 Städten gab es in der DDR. Die Schauspielausbildung genoss einen ebenso guten Ruf wie die Inszenierungen und Stücke. Günstige Eintrittspreise und das Verteilen von Karten in Betrieben und Schulen sorgten zusätzlich oft für ausverkaufte Vorstellungen.

Die Ost-Berliner Theater

Besonders bekannt, auch international, waren die Ost-Berliner Theater. Dort befanden sich die Bühnen, die schon vor der Zeit des Nationalsozialismus, in der Weimarer Republik (Theaterlandschaft Berlin), einen besonders guten Ruf genossen hatten: das Deutsche Theater, die Volksbühne, das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und das Theater am Schiffbauerdamm. Dort zog zudem 1954 das Berliner Ensemble von Bert Brecht ein, das 1949 zunächst am Deutschen Theater gegründet worden war.

Die Volksbühne war im Krieg schwer zerstört worden und wurde ab 1952 wieder neu aufgebaut. Der bekannte Schweizer Schauspieler und Regisseur Benno Besson übernahm ab 1969 die künstlerische Oberleitung, 1974 bis 1977 war er Intendant an der Volksbühne und prägte ihr Gesicht entscheidend mit. Das Lessing-Theater, in dem Erwin Piscator in den 1920er Jahren Regie führt hatte, wurde hingegen nicht wieder aufgebaut.

Auch das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt hatte schwere Kriegsschäden erlitten. Es wurde zwar wieder eröffnet, aber erst 1984 und außerdem als Konzertsaal, da es ausreichend renommierte Theater in Ost-Berlin gab.

Dagegen wurde aus einem einstigen Konzertsaal 1952 ein Theater, nämlich das Maxim-Gorki-Theater. Hier sollte vor allem russisches Theater gespielt werden, daher auch die Benennung nach dem sowjetischen Schriftsteller Maxim Gorki. Es war auch ein Gegenentwurf zu Brechts Epischem Theater. So sollte hier vor allem der Sozialistische Realismus verwirklicht werden.

Neben Theaterbühnen gab es in der DDR auch mehrere Varietés. Bekannt auch durch die Fernsehshow "Ein Kessel Buntes" war der Friedrichstadtpalast, der vor allem ein Revuetheater war. Außerhalb von Berlin gab es noch das Steintor-Varieté in Halle an der Saale. Auch Opernhäuser gab es nicht zu knapp, so stand in Ost-Berlin die Staatsoper Unter den Linden und die Komische Oper.

Experimente in Anklam

Weit weg von den großen Bühnen probte manchmal ein junger Regisseur den Aufstand - so wie Frank Castorf.  Nachdem er schon in Senftenberg und Brandenburg an der Havel Stücke inszeniert hatte, wurde er 1981 nach Anklam versetzt. Seine Bühnenexperimente wurden von der SED skeptisch beäugt. So verfremdete er etwa klassische Stücke besonders weitgehend. 1984 wurde seine Inszenierung von Brechts "Trommeln in der Nacht" abgesetzt.

Das Theater zog viele junge Oppositionelle an. Doch es gab auch viele Schauspieler, die dem Druck von oben nicht gewachsen waren und in den Westen gingen. Der von "oben" eingesetzte neue Intendant Wolfgang Bordel setzte auf derbe Volksstücke und Komödien und bildete nun Castorfs Gegenspieler. Castorf gab 1985 in Anklam auf und zog weiter.


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