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Im Zick-Zack-Kurs


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Leonid Breschnew (links) und Erich Honecker 1971 beim Parteitag der SED. Die DDR schwankte zwischen der Bindung an die Sowjetunion und einer Annäherung an den Westen aus wirtschaftlichen Gründen.
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Gespräch mit Günter Gaus, dem Ständigen Vertreter der Bundesrepublik in der DDR (1974).
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Die DDR-Abordnung auf der KSZE in Helsinki 1975
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Bei seinem Besuch in der BRD im September 1987 trifft Honecker auch Oskar Lafontaine (damals Ministerpräsident des Saarlandes) und Gerhard Schröder (damals Vorsitzender der SPD-Fraktion in Niedersachsen).

Bevor er das Amt des Parteichefs und schließlich auch des Staatschefs übernahm, war Erich Honecker für eine harte Linie in der Deutschlandpolitik bekannt. Mit der scharfen Abgrenzung zum kapitalistischen Westen rechtfertigte man auch den niedrigeren Lebensstandard in der DDR: Man sei ja auf dem Weg zum Kommunismus und am Ende werde man als Sieger der Geschichte dastehen. Den Bau der Berliner Mauer organisierte Honecker maßgeblich mit. Sie sollte in der Ideologie der DDR ein "antifaschistischer Schutzwall" sein.

Die Neue Ostpolitik

Als Honecker an die Macht kam, hatte Willy Brandt seine "Neue Ostpolitik" schon in Angriff genommen. Er hatte sich 1970 mit dem DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph getroffen und mit der Sowjetunion und Polen Verträge geschlossen. Die Bundesrepublik hatte die Oder-Neiße-Grenze anerkannt und Brandt mit seinem berühmten Kniefall Demut gezeigt. Welche Haltung würde Honecker nun einnehmen?

Auf Zick-Zack-Kurs

Tatsächlich blieb Honeckers Haltung wenig eindeutig und schwankte stets zwischen Abgrenzung und Annäherung. Mal zeigte er sich hart, mal weich. So begab er sich auf einen politischen Zick-Zack-Kurs, der schwer einzuordnen war.

Annäherung

Ende 1971 wurde das erste Abkommen zwischen den beiden deutschen Staaten unterschrieben: das Transitabkommen, das das Reisen durch die DDR nach West-Berlin wesentlich erleichtern sollte. Ein Jahr später folgte der Grundlagenvertrag, der die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie noch einmal gegenüber der DDR bestätigte. Er brachte auch die grundsätzliche Anerkennung der DDR durch die Bundesrepublik, wenngleich die BRD die Einheit Deutschlands nach wie vor als Ziel betrachtete.

Im Mai 1974 nahmen die Ständigen Vertretungen ihre Arbeit auf. Mehrere Abkommen über eine Zusammenarbeit erfolgten, z. B. über das Post- und Fernmeldewesen oder den Bau einer Autobahn zwischen Hamburg und Berlin. Auch an der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) nahm die DDR teil und unterzeichnete 1975 die Schlussakte. Die äußere Einbindung in die europäische Politik hatte aber auch Folgen nach innen: DDR-Bürger pochten auf die Wahrung der Menschenechte, so wie es die Schlussakte formulierte, immer mehr Menschen stellten Ausreiseanträge.

Die politische Stabilität der DDR war nur durch Erfolge in der Wirtschaft zu gewährleisten. Das aber ging nur durch Zusammenarbeit mit dem Westen. Von dort kamen dann auch 1983 und 1984 dringend benötigte Kredite. 1981 kam es zum Treffen Honeckers mit Bundeskanzler Helmut Schmidt in Güstrow in der DDR, 1987 zum ersten Gipfeltreffen auf bundesdeutschen Boden, dieses Mal mit Helmut Kohl in Bonn. Die DDR erhielt die lang ersehnte Anerkennung als Staat, als ihr beim Empfang alle militärischen Ehren zuteilwurden.

Abgrenzung

Doch jeder Annäherung folgte auch eine Abgrenzung. So baute die DDR die Grenze immer mehr aus. Seit 1970 wurden Selbstschussanlagen aufgebaut. 1980 erklärte Honecker in seiner "Abgrenzungsrede", dass die Anerkennung einer eigenen DDR-Staatsbürgerschaft die Voraussetzung sei für die Normalisierung der deutsch-deutschen Beziehungen. Die Ständigen Vertretungen sollten in Botschaften umgewandelt werden und so auch nach außen betonen, dass es zwei eigenständige deutsche Staaten gebe.

Ein Besuch Honeckers in der Bundesrepublik war eigentlich schon für 1983 geplant. Immer wieder wurde der Besuch abgesagt, weil es Spannungen gab. So gab es 1983 zwei ungeklärte Todesfälle von Transitreisenden, was zu angespannter Stimmung führte. 1984 sagte Honecker seinen geplanten Besuch mit der Begründung ab, der Stil der Diskussion um seinen Besuch sei "äußerst fragwürdig" und im Verkehr zwischen souveränen Staaten "absolut unüblich". So kam es dann erst 1987 zu dem Treffen.


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