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Umweltsch(m)utz


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Waldsterben im Harz
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Abgase des Gaswerkes Dimitroffstraße in Berlin führen zu hoher Schadstoffbelastung der Luft, 1971.
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Aus den Schloten des Braunkohlenveredelungswerkes Espenhain ziehen auch 1990 noch ätzende Staubwolken und Gasgerüche über das Bornaer Land. Das benachbarte Dorf Mölbis errang in den letzten Jahren bereits den traurigen Titel "dreckigstes Dorf Europas". 1999 wurde das Werk geschlossen.

In ganz Europa war die Umweltverschmutzung durch die wachsende Industrie ein Problem. Luft, Gewässer und Boden waren zunehmender Verschmutzung ausgesetzt. Giftige Abwässer leitete man direkt in die Flüsse, Abgase wurden ohne Filterung von Fabriken in die Luft geblasen.

Als man das Problem erkannte und auch von der Politik aus Maßnahmen ergriff, litt die Natur schon in erheblichem Maße. In der Bundesrepublik formierte sich massiver Widerstand. Waldsterben, Müllberge und Strom aus Atomkraftwerken wollten viele Menschen nicht hinnehmen und setzten sich für die Umwelt ein. Sogar eine Partei wurde gegründet, die Natur- und Umweltschutz zu ihrem Programm erhob: "Die Grünen".

Braunkohle bringt Umweltprobleme

Was geschah in der DDR? Dort war die Lage besonders ernst. Der steigende Ölpreis führte 1973 dazu, dass man in der DDR nun auf Braunkohle als Energieträger setzte. 30 Prozent der Weltproduktion an Braunkohle kam 1985 aus der DDR. Vor allem in der Lausitz und in Mitteldeutschland bei Leipzig oder Bitterfeld wurde Braunkohle in großem Ausmaß im Tagebau gefördert. Der Abbau von Braunkohle und ihre Verwendung schufen jedoch enorme Umweltbelastungen.

Große Flächen wurden durch den Abbau "unbrauchbar". Hier wuchsen keine Pflanzen oder Bäume mehr. Manchmal wurden ganze Dörfer umgesiedelt, um die unter ihnen liegende Braunkohle fördern zu können. Doch nicht nur der Abbau bereitete Probleme. Die Kraftwerke, die durch Braunkohle betrieben wurden, hatten einen besonders hohen Schadstoffausstoß. Das ausgestoßene Schwefeldioxid schädigte insbesondere den Wald. Auch für die Menschen waren der Staub und der Schwefel natürlich nicht gesund.

Weitere Probleme

Doch damit nicht genug: Die Kollektivierung der Landwirtschaft führte dazu, dass große Flächen intensiv bewirtschaftet wurden. Das belastete den Boden. Flüsse litten darunter, dass Abwässer aus dem Kalibergbau, der Zellstoff- und der chemischen Industrie in sie eingeleitet wurden. Wirtschaftswachstum war für die DDR vorrangig gegenüber dem Umweltschutz. Im Gebiet von Halle, Bitterfeld und Leipzig litten die Bewohner besonders unter dem Gestank und der dreckigen Luft.

Reaktion der SED

Doch die Umweltverschmutzung wurde von der SED unter den Tisch gekehrt. Solche Probleme wurden als typisch für den kapitalistischen Westen erklärt. Die Gier nach Profit nehme auf die Zerstörung der Natur keine Rücksicht. So wie die Umweltzerstörung für die Partei kein Thema war, so wurde dann auch die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 verharmlost. Erst drei Tage nach dem Supergau berichtete das Fernsehen darüber, ganz am Schluss der Nachrichten und ohne auf die Gefahren hinzuweisen.

Wie Hohn wirkt es da, wenn man liest, was in der Verfassung der DDR [Artikel 15 (2)] stand: "Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sorgen Staat und Gesellschaft für den Schutz der Natur. Die Reinhaltung der Gewässer und der Luft sowie der Schutz der Pflanzen- und Tierwelt und der landschaftlichen Schönheit der Heimat sind durch die zuständigen Organe zu gewährleisten und darüber hinaus auch Sache jedes Bürgers."

Umweltschützer

In den 1980er Jahre bildeten sich auch in der DDR mehr und mehr Gruppen, die gegen die Umweltzerstörung protestierten. Mit den Mitgliedern der Friedensbewegung und den Bürgerrechtlern trugen sie zum friedlichen Umsturz bei.


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