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Der Aufbau des Sozialismus


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Plakat in der Ausstellung "Vorwärts zum Aufbau des Sozialismus" 1953 im Leipziger Grassimuseum
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31. Juli 1953: Täglich trägt die Buchhalterin Renate Hartwig den Stand der Erntearbeiten in der LPG Schenkenberg auf einer Leistungstafel ein.
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Um den Aufbau der Schwerindustrie voranzutreiben, wurde das Eisenhüttenkombinat Ost aufgebaut. Daneben entstand als Wohnstadt für die Arbeiter "Stalinstadt". Daraus wurde 1961 Eisenhüttenstadt. Aufnahme vom 10. November 1952

Zwar verstand sich die DDR von Anfang an als sozialistischer Staat, doch der Aufbau des Sozialismus sollte nun verstärkt vorangetrieben werden. Das verkündete Walter Ulbricht auf der II. Parteikonferenz der SED im Juli 1952. Die Arbeiterklasse habe nun das Klassenbewusstsein erreicht, das dafür notwendig sei. Im Heimatland von Marx und Engels sollten die "großen Ideen des Sozialismus" nun verwirklicht werden. Die Anpassung an das System der Sowjetunion wurde damit fortgeführt.

Maßnahmen des Aufbaus des Sozialismus:

  • Weiterer Ausbau der SED zur führenden Partei, Unterdrückung der Opposition und der Kirche, Überwachung der Bevölkerung durch das 1950 gegründete Ministerium für Staatssicherheit
  • Verwaltungsreform: Die fünf Länder wurden aufgelöst und in 14 Bezirke umgewandelt. Deren Verwaltungsaufbau erfolgte zentralistisch. Landtage gab es nicht mehr.
  • Förderung der Schwerindustrie
  • Aufbau der Nationalen Volksarmee
  • Kollektivierung der Landwirtschaft: Privat betriebene Höfe sollten sich zu Genossenschaften zusammenschließen.
  • Entfaltung des Sozialistischen Wettbewerbs: Ehrentitel, Medaillen und Prämien sorgten für Anreize im Wettbewerb. So gab es z. B. ab 1960 die Medaille "Kollektiv der sozialistischen Arbeit", die hohe Produktionserfolge auszeichnete

Damit verbunden waren jedoch zahlreiche Probleme:

  • Der Ausbau der Schwerindustrie führte dazu, dass zu wenige Konsumgüter produziert wurden. Der Bevölkerung mangelte es darum an vielen Dingen des täglichen Bedarfs.
  • Die Bevölkerung litt unter der Überwachung und Unterdrückung.
  • Die Zahl der "Republikflüchtlinge" schnellte aus diesen Gründen in die Höhe. Allein bis Ende Mai verließen 200.000 DDR-Bürger ihre Heimat Richtung Westen. Da die innerdeutsche Grenze seit Mai 1952 abgeriegelt war, erfolgten die meisten Grenzübertritte nun in Berlin.

Abstand vom Aufbau...

Aus der Sowjetunion kam nach dem Tod Stalins die Aufforderung, vom Aufbau des Sozialismus zunächst Abstand zu nehmen. Der Fünfjahrplan, der seit 1951 galt, sollte gelockert werden, die Schaffung von LPG ausgesetzt. Insbesondere sollten auch die zum 1. Juni 1953 erhöhten Arbeitsnormen gesenkt werden. Zwar wurde ein "Neuer Kurs" verkündet, doch die Arbeitsnormerhöhung wurde zunächst nicht zurückgenommen, was schließlich in den Aufstand des 17. Juni mündete. Insgesamt wurde das Tempo des Aufbaus nun gedrosselt. Auch der Aufbau der Schwerindustrie wurde zugunsten einer Stärkung der Konsumgüterindustrie zurückgefahren.

...und erneuter Kurswechsel

Im Frühling 1954 wurde der Neue Kurs mit dem IV. Parteitag der SED wieder beendet und der Aufbau des Sozialismus erneut vorangetrieben. Die Probleme blieben jedoch bestehen: 184.000 Bürger der DDR flohen 1954 in die Bundesrepublik, 1955 waren es sogar 252.000.

Siehe auch: Was ist Sozialismus?


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