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Das geteilte Berlin


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Karte des geteilten Berlins in seinen Grenzen von 1949 bis 1990
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Warnhinweis am Brandenburger Tor von West-Berlin aus, zur Zeit des Mauerbaus
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Lageplan des Bahnhofs Friedrichstraße mit den Gebäuden der Grenzabfertigung
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Informationstafel am Bahnhof Friedrichstraße zur Einreise (Trennung der Staatszugehörigkeiten) im Westbereich des Bahnhofs
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Blick von West-Berlin auf die Berliner Mauer und das Brandenburger Tor

Die geteilte Stadt

Als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches hatte Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten einen Sonderstatus erhalten: Es wurde 1945 genauso wie Deutschland in vier Zonen aufgeteilt, nämlich in vier Sektoren. Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurde aus den drei West-Sektoren West-Berlin, aus dem russischen Sektor Ost-Berlin. Der Bau der Mauer 1961 machte Berlin endgültig zu einer geteilten Stadt.

Bindung West-Berlins an die BRD

Rechtlich war West-Berlin kein Bestandteil der Bundesrepublik, doch faktisch wurde es so behandelt. Die enge Bindung West-Berlins zur Bundesrepublik wurde schließlich auch von der Sowjetunion im Viermächteabkommen über Berlin anerkannt. Die DDR richtete ihre Politik jedoch häufig mit dem Ziel aus, die Bindung West-Berlins an die Bundesrepublik zu schwächen.

Von West- nach Ost-Berlin

Nicht nur an der innerdeutschen Grenze gab es Übergangsstellen, sondern ab 1961 dann auch von West- nach Ost-Berlin. Es war genau festgelegt, wer welche Grenzübergänge benutzen durfte, nämlich West-Berliner, Bundesbürger, DDR-Bürger oder Alliierte. Übergänge gab es z. B. an der Bornholmer Straße, der Oberbaumbrücke oder der Sonnenallee. Der Übergang Checkpoint Charlie wurde vor allem von alliierten Militärangehörigen benutzt und war für Bundesbürger und West-Berliner nicht freigegeben.

Bahnhof Friedrichstraße

Eine Besonderheit war der Bahnhof Friedrichstraße. Er lag nämlich mitten in Ost-Berlin, also nicht direkt an der Sektorengrenze. Von West-Berlin aus war er nur mit der U- und S-Bahn zu erreichen. Der Bahnhof konnte einfach zum Umsteigen benutzt werden, was durch die Lage des Bezirks "Mitte" manchmal der kürzeste Weg war, auch wenn man in West-Berlin bleiben wollte. Der gesamte Bahnhof war in einen Ost- und einen Westbereich geteilt.

Man konnte von hier aber auch den Grenzübergang nutzen. Das taten wegen seiner zentralen Lage besonders viele Touristen. Die Einreise nach Ost-Berlin erfolgte direkt über den Bahnhof, die Ausreise über eine spezielle Halle (siehe Skizze links). Weil sich die DDR-Bürger hier oft tränenreich von ihrer West-Berliner Verwandtschaft verabschieden mussten, wurde die Ausreisehalle des Bahnhofs im Volksmund auch "Tränenpalast" genannt.

Ein- und Ausreise

Wer ein- oder ausreisen wollte, musste Zeit mitbringen. Mehrfach wurden die Pässe kontrolliert, man musste durch den Zoll und bei der Ausreise noch vorhandenes Geld der DDR abgeben. 25 D-Mark musste jeder Bundesbürger bei der Einreise umtauschen (Zwangsumtausch). Es war kaum möglich, die 25 Mark der DDR vollständig auszugeben, denn Essen war z. B. sehr günstig. Viele kauften sich in der DDR Bücher, die ebenfalls sehr preiswert waren. Solche Waren, die man mit in den Westen nahm, mussten beim Zoll angegeben werden. Es gab außerdem Warteräume, Vernehmungsräume, Arrestzellen und Büroräume, z. B. für den Abgleich der Personaldokumente mit Fahndungslisten und eine Wechselstelle für den Mindestumtausch.

Geisterbahnhöfe

Der Ost-Berliner Bezirk "Mitte" grenzte im Norden, Westen und Süden an West-Berlin. Er wurde durch zwei U-Bahn-Linien (U6, U8) und eine S-Bahn-Tunnelstrecke (ab 1984: S2) durchschnitten, die vom Westteil durch den Ostteil wieder in den Westteil fuhren. Fuhr man mit der Bahn von West-Berlin zum Bahnhof Friedrichstraße, passierte man darum mehrere "Geisterbahnhöfe". Die Bahnen durften hier nicht halten. Die Zugänge zu den Bahnhöfen in Ost-Berlin hatte man versperrt, z. B. am Potsdamer Platz, der durch die Mauer geteilt war.

Attraktion Mauer

Natürlich war die Berliner Mauer auch eine Touristenattraktion. Im Westen der Stadt gab es eigens Plattformen, die auch bei Stadtrundfahrten angefahren wurden. Von hier konnte man einen Blick nach Ost-Berlin werfen.

Hier siehst du, wie die Berliner Mauer aufgebaut und gesichert war:

Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Welle. Das Originalvideo wurde in zwei Teile geteilt: Teil 1 zeigt die Berliner Mauer, Teil 2 die innerdeutsche Grenze.


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