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9. November 1989


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Günter Schabowski (zweiter von rechts auf dem Podium) auf der Pressekonferenz am 9. November 1989
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dpa-Eilmeldung um 19:04 Uhr
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Grenzübergang in Berlin, Bornholmer Straße, 10. November 1989
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Grenzöffnung am 11. November 1989 am Autobahnkontrollpunkt Helmstedt
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Grenzübergang Zarrentin am 12. November 1989

Immer wieder war der 9. November ein bedeutsamer Tag und Wendepunkt der Geschichte für die Deutschen - mit guten wie schlechten Auswirkungen. Dazu gehören insbesondere die Ausrufung der Republik 1918, der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923, der Beginn der Novemberpogrome 1938 und schließlich der Tag des Mauerfalls 1989. Wie kam es dazu, dass die Grenzen geöffnet wurden und ganz Deutschland in einen Glückstaumel verfiel?

Der 9. November 1989

Der 9. November 1989 ist nur im Zusammenhang mit allen Ereignissen des Jahres zu verstehen - und auch mit den Jahren zuvor: mit dem Amtsantritt von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der DDR.

Vor allem die friedliche Revolution führte aber dann zu einer Wende. Erich Honecker war im Oktober entmachtet worden. Doch die neue Führung unter Egon Krenz erntete genauso Kritik - die DDR-Bürger wollten einen demokratischen Neuanfang und keine Fortführung der alten Politik unter einem neuen Mantel.

Ein neues Reisegesetz

Um die Bürger ruhig zu halten, hatte die SED ein neues Reisegesetz beschlossen. Entgegen dem Auftrag des Politbüros hatte die dafür zuständige Arbeitsgruppe einen Entwurf ausgearbeitet, der sich nicht auf endgültige Ausreisen aus der DDR beschränkte, sondern auch wiederholte Reisen in das Ausland mit Wiederkehr in die DDR deutlich erleichterte.

Doch das Politbüro stimmte auf seiner Sitzung am Nachmittag des 9. November diesem Entwurf zu. Es sollte jedoch als Übergangsregelung am 10. November in Kraft treten und war auch noch nicht vom Ministerrat der DDR genehmigt worden.

Schabowskis Zettel

Doch bei einer internationalen und live im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Abend des 9. November erklärte Günter Schabowski, der den neuen Posten eines Sekretärs des ZK der SED für Informationswesen übernommen hatte (so etwas wie ein Pressesprecher der Regierung), die Regelung für sofort gültig.

Als ein italienischer Journalist nach dem neuen Reisegesetz fragte, sagte Schabowski dazu: "Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen." Ein anderer Journalist fragte nach: "Ab wann tritt das in Kraft? Ab sofort?". Daraufhin las Schabowski um 18:57 Uhr von einem Zettel, den ihm Egon Krenz kurz zuvor zugesteckt hatte, ab:

"Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen [...] beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. [...] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen [...]"Auf die erneute Nachfrage, wann dies in Kraft träte, antwortete Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich."

Die Mauer ist offen!

Nun gab es kein Halten mehr. Noch am selben Abend strömten tausende von Ost-Berlinern an die Grenzübergänge nach West-Berlin. Kurz vor Mitternacht öffneten sich die ersten Schlagbäume an der Mauer. Die überraschten Grenztruppen stellten sich den Menschen nicht mehr in den Weg. Der 9. November wurde zum Tag der Grenzöffnung und des Mauerfalls.

Kurz nach Mitternacht kam es dann auch zu weiteren Öffnungen an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik.

Quelle: www.history-vision.de

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