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Widerstand aus der Kirche


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Hetze gegen die Junge Gemeinde in einer Sonderausgebe des Zentralorgans der FDJ Junge Welt 1953
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Nikolaikirche in Leipzig (2012)
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Montagsdemonstration in Leipzig am 16. Oktober 1989
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Die Politik der SED zielte wie in anderen sozialistischen Staaten auch, auf Atheismus, den Nicht-Glauben an einen Gott. Die Ablehnung von Religion gehörte zur marxistisch-leninistischen Weltanschauung und damit zu den Staatsgrundsätzen der DDR. Laut Verfassung war Religionsfreiheit zwar gewährt, doch die Unterdrückungsmaßnahmen sprachen eine andere Sprache.

Staatliche Unterdrückung

So wurde vom Staat aus für die staatliche Jugendweihe statt für Konfirmation oder Firmung geworben. Religionsunterricht war an den Schulen nicht vorgesehen. Vor allem in den ersten Jahren der DDR waren Gläubige zahlreichen Repressionen ausgesetzt.

So wurden die Gemeinden durch die Staatssicherheit beobachtet. Gläubige wurden als "Gegner des sozialistischen Aufbaus" verhaftet. Die Kirchensteuer wurde abgeschafft, sodass die Kirchen hier keine Einnahmen mehr hatten. So gelang es dem Staat, den Einfluss der Kirchen zu beschneiden. Die Mitgliederzahlen der Kirchen sanken rapide.

Widerstand

Aber aus der Unterdrückung der Kirchen erwuchs eben auch Widerstand. Als 1962 der Wehrdienst in der DDR eingeführt wurde, machte sich die Kirche dafür stark, einen waffenlosen Ersatzdienst zu schaffen. Tatsächlich geschah dies 1964 mit der Einrichtung der Baueinheiten (siehe: Bausoldat). Keinen Erfolg erzielte die Kirche in der Ablehnung des Wehrkundeunterrichts, der 1978 für alle 9. und 10. Klassen eingeführt wurde. Jedoch wuchs die christliche Friedensbewegung umso mehr an.

Dazu trug auch die atomare Aufrüstung in Ost und West ab 1979 bei. Immer mehr Friedensgruppen wurden gebildet. Die christliche Friedensbewegung machte ein Zitat aus der Bibel, "Schwerter zu Pflugscharen", zu ihrem Zeichen und Motto. Ab 1980 wurden jedes Jahr die FriedensDekaden abgehalten.

Auch die Montagsdemonstrationen nahmen ihren Ausgangspunkt von der Kirche aus: Die ersten fanden im September 1989 im Anschluss an die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche statt. Während der friedlichen Revolution, die schließlich zum Ende der DDR führte, spielten die Kirchen damit eine entscheidende Rolle.

Junge Gemeinden

Die Jungen Gemeinden waren innerhalb der Kichengemeinden Organisationsformen für Jugendliche. Hier war es möglich, eigene Gedanken unabhängig von staatlichen Denkvorschriften und Zensur auszusprechen. So wurden die Jungen Gemeinden die einzige vom Staat unabhängige Jugendbewegung. Hier versammelten sich besonders viele systemkritische Jugendliche. Frei von Beobachtung waren sie dennoch auch hier nicht. Die Jungen Gemeinden gelten mit anderen als Vorbereiter der friedlichen Revolution von 1989.


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