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Die Berliner S-Bahn


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Baureihe ET 167 der Berliner S-Bahn in Erkner
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S-Bahnhof Treptower Park, 1959
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S-Bahnhof Springpfuhl 1987. Hinten die Plattenbauten von Marzahn.
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Gesperrter Zugang zum Geisterbahnhof Stadtmitte, 1989
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Liniennetzplan der U- und S-Bahn Ost-Berlin von 1984

Die erste Berliner S-Bahn fuhr schon 1924. Bis 1929 wurde die bis dahin dampflokbetriebene Stadtbahn elektrifiziert. Anders als eine Straßenbahn fährt die S-Bahn auf eigenen Gleisen. Neben der U-Bahn und den Bussen sowie der Stadtbahn (eine Straßenbahn) gehört die S-Bahn zum öffentlichen Personennahverkehr Berlins.

S-Bahn-Betrieb der Deutschen Reichsbahn

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt die Deutsche Reichsbahn der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR das Betriebsrecht für die gesamte S-Bahn Berlins, also auch im Westen der Stadt. Nach der Beseitigung der Kriegsschäden war das gesamte Netz Ende 1947 wieder befahrbar.

Bis zum Mauerbau

Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 fuhren die S-Bahnen also auch in Ost-West-Richtung. An der Sektorengrenze gab es keine Stopps, allerdings wurden die Reisenden von Polizisten kontrolliert. Züge, die aus dem Umland, also der DDR, nach West-Berlin einfuhren, mussten für eine Kontrolle halten. Außerdem gab es zwischen 1953 und 1958 "Durchläuferzüge", die in West-Berlin nicht hielten. So konnte man z. B. von Potsdam (westlich von Berlin) nach Erkner (östlich von Berlin) über West-Berliner Gebiet fahren, aber der Zug hielt nicht an.

Nach dem Mauerbau

Mit dem Bau der Mauer am 13. August 1961 wurden auch vier S-Bahn-Strecken gesperrt. Ebenfalls gekappt wurden die Strecken, die von West-Berlin ins Umland und somit in die DDR führten. Der Bahnhof Friedrichstraße [Link] wurde zum Grenzbahnhof umgebaut. Züge aus West-Berlin endeten auf einem anderen Gleis als die Züge aus Ost-Berlin. Eine Wand verhinderte Sichtkontakt zwischen den Bahnsteigen. Viele West-Berliner nutzten den Bahnhof nur zum Umsteigen, denn hier hielten auch die West-Berliner U-Bahnlinien 6 und 8.

Geisterbahnhöfe

Eine Reihe von Bahnhöfen der S- und U-Bahn, die an der Strecke lagen, wurden geschlossen und gesperrt. Sie wurden ohne Halt durchfahren und wurden darum Geisterbahnhöfe genannt. Zu ihnen gehörten z.B. die Bahnhöfe Potsdamer Platz, Unter den Linden oder Bernauer Straße.

S-Bahn-Boykott in West-Berlin

Mit dem Betrieb der S-Bahn auch in West-Berlin nahm die DDR Devisen ein. Die Fahrkarten mussten in West-Berlin nämlich in D-Mark bezahlt werden. Zudem besaß die DDR Einfluss auf den Straßenbau in West-Berlin und behinderte z. B. den Ausbau der Autobahn.

Darum rief der Deutsche Gewerkschaftsbund schon 1951 zum Boykott der S-Bahn auf, man sollte sie also nicht mehr benutzen. Erst mit dem Mauerbau 1961 zeigte der erneute Aufruf größere Wirkung.  Man rief "Keinen Pfennig mehr für Ulbricht". Die West-Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) richteten einen Bus-Ersatzverkehr ein, Hinweise auf die S-Bahn wurden entfernt. Parallel zur S-Bahn-Strecke wurden neue U-Bahn-Linien gebaut.

Weniger Fahrgäste

So ging die Zahl der Fahrgäste stark zurück. Damit und mit dem Verschleiß der Anlagen wurde der S-Bahn-Betrieb immer mehr zu einem Verlustgeschäft für die DDR. Ab 1976 wurde darum der Fahrplan eingeschränkt, 1980 noch einmal, zudem wurden nach einem Streik viele West-Berliner Bedienstete entlassen.

Übernahme der S-Bahn durch den Westen

Als die Deutsche Reichsbahn im Herbst 1983 ankündigte, den S-Bahnverkehr in West-Berlin zum Ende des Jahres komplett einzustellen, verhandelte der Berliner Senat mit den DDR-Behörden. Am 9. Januar 1984 übernahm schließlich die BVG den Betrieb der West-Berliner S-Bahn.

Ost-Berlin

In Ost-Berlin sah die Situation anders aus. Hier war die S-Bahn ein stark genutztes Verkehrsmittel. Das Streckennetz wurde immer weiter ausgebaut, z. B. zu den Neubausiedlungen Marzahn und Hohenschönhausen.



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