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Hintergrundbild Epoche

Junge Mädchen in der Arbeitswelt


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Auch junge Frauen aus bürgerlichen Kreisen mussten sich oft Arbeit suchen, sei es als Sekretärin, Verkäuferin oder Buchhalterin. Klavierspielen war eine gute Voraussetzung.
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So kleideten sich Mädchen um die Jahrhundertwende.
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Über Frauen in Berufen machten man sich lustig.

Auch die Töchter aus gutem Hause brauchten einen Job

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich so einiges innerhalb der Gesellschaft. Es war nicht mehr selbstverständlich, dass die Töchter der so genannten Mittelschicht heirateten. Eine stetig wachsende Zahl von jungen Mädchen musste lernen, sich selbst zu versorgen. Und es war gar nicht so einfach in einer Zeit, in der Frauenarbeit sich  durchsetzen musste. Dieser Prozess sollte viele Jahrzehnte dauern und ist - schauen wir genau hin - immer noch im Gange.

Die Mittelschicht war oft nicht so reich, um ihren Töchtern ein Auskommen zu ermöglichen. Und fehlte der passende Kandidat zum Heiraten, mussten die jungen Damen sich eine Arbeit suchen. Welche Chancen hatten sie? Es gab die Möglichkeit, in einem Laden oder Kaufhaus zu arbeiten. Es entstanden in diesem Zeitraum viele große Kaufhäuser, die "junge Fräuleins" suchten. Die Ware ließ sich besser verkaufen, wenn junge hübsche Frauen diese anpriesen. Das wussten schon die Werbeleute um 1900.

In einem Büro konnten Frauen ebenfalls arbeiten. Um die Jahrhundertwende setzte sich die Schreibmaschine durch und da die Töchter aus so genannten guten Familien meist Klavier spielen konnten, fiel es ihnen leicht, die Finger über die Schreibmaschinentastatur zu bewegen. Da viele junge Frauen aber keine Ausbildung hatten, schränkten sich ihre Chancen, in der Männer-Arbeitswelt an die besseren Arbeitsstellen zu kommen, ein.

Strenge Kleiderordnung

So sah man um 1900 viele junge Frauen auf der Straße, die sich auf den Weg zur Arbeit, sei es in ein Geschäft oder ein Büro, machten. Die Kleiderordnung war streng, denn die Frauen wollten sich auf jeden Fall von den Fabrikarbeiterinnen absetzen. Sie sahen oft wie ein Abbild der Damen der höheren Gesellschaft aus, auch wenn der Schuh nicht aus echtem Leder, sondern vielleicht nur als billigem Lackmaterial bestand.

Weniger Lohn als die Männer

Die Arbeitsbedingungen der Verkäuferinnen und Büroangestellten war zwar etwas besser als in der Fabrik, aber auch sie erhielten weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Die Arbeitszeiten waren lang, die Arbeitsplätze nicht vergleichbar mit unseren modernen Büros. An Rückenschule dachte damals keiner. Die Arbeit war oft langweilig und nicht besonders anspruchsvoll. Noch Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten Frauen in Läden im Schnitt 14 Stunden am Tag und mussten die meiste Zeit stehen. Dann mussten die jungen Frauen mit wenig Geld auskommen, oft auch noch ihre Familie mit ernähren und sich Kleidung kaufen. Für eine anständige Wohnung blieb wenig Geld übrig.

Die Frauen konnten kaum mit Lohnerhöhungen rechnen. Man betrachtete die Arbeit als eine Situation des Übergangs, denn das junge Mädchen würde über kurz oder lang doch heiraten, wozu benötigte es dann eine Lohnerhöhung? Diese landete dann auf dem Gehaltszettel des männlichen Kollegen.

Keine Vermietung an junge Damen

Manchmal wohnten die jungen Frauen noch bei ihrer Familie, einige zogen in Pensionen. Doch sich selbstständig eine Wohnung zu mieten, war aus finanziellen Gründen fast unmöglich. Und Vermieterinnen schätzten es nicht, Zimmer an junge Damen zu vergeben, hatten sie doch Angst, diese könnten womöglich junge Männer mit aufs Zimmer nehmen. Das war eine Tatsache, die man um die Jahrhundertwende als äußerst unpassend empfand.

Sehr viel freie Zeit blieb den jungen Frauen nicht und selbst diese wurde von ihren Arbeitgebern bestimmt. So durften manche am Abend nicht einmal ein Lokal aufsuchen, auch dies war unschicklich für Frauen.


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