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Hintergrundbild Epoche

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?


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Der erste Bildband des Malers Heinrich Zille hieß „Kinder der Straße“
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Schule wurde auch immer wieder gerne gespielt, wohl mehr von den Mädchen als von den Jungen.
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Kinderspielzeug
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Kinder bei einem Kinderfest
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Viele Kinder auf dem Land mussten bei der Arbeit helfen. Soviel Zeit zum Spielen blieb da nicht übrig.

Spielpätze waren noch sehr selten

Die meisten Kinder, die in der Großstadt lebten, hatten keinen Spielplatz. Spielplätze gab es meist nur in den Vierteln der reichereren Leute. Viele Kinder spielten auf der Straße, in baufälligen, unbewohnten Häusern oder auch auf den Müllhalden der Stadt.

Die Kinder spielten in den Hinterhöfen

Beliebt waren auch die Hinterhöfe oder Innenhöfe der engen Mietskasernen in den Großstädten. Neben Abfalleimern und Wäscheleinen war das Spielen aber eigentlich verboten. Trotzdem, immer wieder fanden sich Horden von Kindern ein, tobten durch die Höfe und wurden am Ende vom Hausmeister wieder verjagt. Auch auf der Straße konnte das passieren, dann rannten oft die Schutzmänner hinter den Kindern her. In der Kaiserzeit hatten die meisten Familien ja sehr viele Kinder und wenn den Eltern keine Zeit für die Kinder blieb, dann schickten sie sie einfach auf den Hof, damit sie sich selbst beschäftigten.

Eingezäunte Flächen waren selten

Manchmal gab es eingezäunte Flächen, deren Mitte dann oft ein Sandkasten zierte. Die Jüngsten spielten hier mit Schaufel, Eimer und Sieb. Die älteren Kinder begeisterten sich für Hüpfspiele, beliebt war auch das Laufen auf Stelzen. Es gab Spiele, die waren eher typisch für Jungen und andere für Mädchen.

Mädchen spielten gerne Hochzeit

Mädchen liebten Hochzeitsspiele. Es gab nichts Tolleres, als in ein weißes Kleid zu schlüpfen. Der "Ehegatte" trug dann einen Zylinder, den man dem Vater oder einem sonstigen männlichen Familienmitglied abgetrotzt hatte. Auch Schulspiele waren sehr beliebt, ein Kind schlüpfte in die Rolle des Lehrers, die andern waren mehr oder weniger aufmerksame Schülerinnen und Schüler. Die Jungs spielten am liebsten "Räuber und Gendarm" oder Verstecken. Auch Fußball verbreitete sich auf den Hinterhöfen.

Viele Kinder liebten Fangspiele

Fangspiele waren sehr beliebt. Vielleicht kennst du "Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?". Mit dem "Schwarzen Mann" war übrigens der Tod gemeint oder auch die Pest. Es gab ein altes Kinderlied, in dem der Schwarze Mann für den Tod steht. Mit der Zeit hat sich daraus ein Spiel für Kinder entwickelt. Der "Schwarze Mann" meint keine Menschen mit schwarzer oder dunkler Hautfarbe. Auch Hüpfspiele oder Verstecken spielen waren beliebt, im Prinzip alles Spiele, die man einfach so, ohne "Werkzeug", überall spielen konnte.

Auch "Taler, Taler, du musst wandern, von dem einem Ort zum anderen ..." wurde gerne von Kindern der Kaiserzeit und auch noch später gespielt.

Mädchen spielten meist mit Puppen, die Jungen besaßen vielleicht Spielzeugsoldaten und führten diese in gefährliche Schlachten. Doch solches Spielzeug blieb meist  den Kindern von Eltern vorbehalten, die sich das auch leisten konnten. 

Kinder auf den Dörfern brauchten keine Extra-Spielpätze

Kindern auf den Dörfern hatten mehr Freiräume zum Spielen. Hier waren die Spielplätze überflüssig. Kletterbäume, Scheunen, Bäche und Beete gaben genug Raum zum Spielen her. Aber ganz so idyllisch ging es auf dem Land auch nicht zu. Viele Kinder mussten ihren Eltern auf den Felder, im Stall oder im Haushalt helfen. Da blieb nicht immer viel Zeit zum Spielen übrig. Aber das hing auch immer davon ab, ob die Kinder arm oder reich waren. Auch auf dem Land gab es da Unterschiede.

Wenn ihr einmal Spiele der Kaiserzeit nachspielen wollt, dann schaut doch einfach in den "Machmit"-Tipps nach. 

Auf dem Video seht ihr ganz viele verschiedene Kinder, die auf dem Land leben und spielen. Die meisten sehen hier allerdings ganz zufrieden aus.

Herzlichen Dank an das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart, das uns freundlicherweise das Filmmaterial zur Verfügung gestellt hat.

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