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Hintergrundbild Epoche

Der Speiseplan um 1900


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Fleisch - und vor allem der Braten - wurde um die Jahrhundertwende sehr geschätzt.
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Der ein oder andere konnte sich auch einen Hummer leisten.
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Die Menschen auf dem Land mussten mit Kohl Vorlieb nehmen. Fleisch kam selten auf den Tisch.

Fleisch stand auf der Speisekarte

Die Menschen um die Jahrhundertwende aßen gerne Fleisch. Damals versuchte man sich gegen billige Einfuhren aus dem Ausland zu wehren, indem man auf Fleischlieferungen hohe Zölle erhob. Damit war allerdings das Fleisch im Deutschen Reich teuer. Man glaubte auch an den gesundheitlichen Nutzen von Fleisch. Im Jahr 1900 aßen die Menschen im Deutschen Reich pro Kopf knapp 44 Kilo Fleisch im Jahr. Wenn man die Tatsache einbezieht, dass in den zahlreichen Arbeiterhaushalten meist wenig Fleisch auf den Tisch kam, kann man sich gut vorstellen, wie das dann in den Häusern und Küchen der Reichen aussah. Hier kam der Sonntagsbraten wahrscheinlich nicht nur am Sonntag auf den Tisch. 

... und Austern, Hummer und Trüffel

Auf dem Speiseplan der reichen Leute standen Austern und Hummer genauso wie Trüffel und Hummer.

Man schätzte Milchprodukte und Fisch gewann an Bedeutung. Meerestiere waren sehr beliebt.  Auch Exotisches sollte auf so manchem Speiseplan nicht fehlen. Kamen doch aus den Kolonien so allerlei Früchte, die man so vorher gar nicht kannte, wie Orangen, Papayas, Mangos, Bananen oder auch exotische Nusssorten. Doch die Lieferzeiten waren lang, viele Obstsorten überstanden die langen Reisen gar nicht, sodass man oft auf Trockenobst zurück greifen musste, wollte man exotisches Obst essen. Obst hatte keinen so hohen Stellenwert, zumindest nicht aus gesundheitlichen Gründen, die Bedeutung von Vitaminen hatte man noch nicht erkannt. Einer breiten Masse wurden viele exotische Früchte erst in den 1970er Jahren bekannt.

Nur die wenigsten konnten sich diese Leckereien leisten

Doch diese teuren Waren konnten sich die armen Leute gar nicht leisten. Hier behalf man sich anders. Oft wurden Nahrungsmittel gestreckt. Dem Mehl setzte man zum Beispiel Gips hinzu, zum Zucker kam Mehl und die Milch streckte man mit Wasser, sodass man größere Mengen erhielt.

Kohl und Kartoffeln für die Armen

Auf dem Land konnte man natürlich auch mal ein Schwein schlachten, ein Huhn landete im Kochtopf und Gemüse wurde im Garten angebaut. Obstbäume sorgten mit ihren Erträgen für die nötigen Vitamine. Die ärmeren Leute in der Stadt mussten oft mit Brot, Kartoffeln und einfachem und billigem Gemüse, wie zum Beispiel Kohl, vorliebnehmen. Fleisch und Butter waren purer Luxus. Doch Milchprodukte, Eier und Fisch wurden auch bei der Durchschnittsbevölkerung immer beliebter. 

Die Situation wurde dann kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs schlimmer, weil man begann, viele Lebensmittel zu rationieren. Mehr dazu: Alltag im Ersten Weltkrieg.

Elefantenfuß und Antilopenkopf - hm, lecker!

Sehr beliebt war das Kochbuch einer Frau namens Henriette Davidis, das schon Mitte des 19. Jahrhunderts veröffentlicht wurde, aber auch um 1900 noch zum Standardwerk der deutschen Küche zählte. Wer unbedingt wissen wollte, wie man einen Elefantenfuß oder einen Antilopenkopf richtig zubereitete, der wurde auch hier fündig.

Beliebt war vor allem die Kartoffel, bei den Mitmach-Tipps findest du ein ganz einfaches Kartoffelgericht zum Ausprobieren und Nachmachen. 


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