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Hintergrundbild Epoche

Der Jugendstil


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Dieses Fenster zeigt alle typischen Elemente des Jugendstils.
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Der vom Architekten Victor Horta gestaltete Treppenaufgang im Hotel Tassel in Brüssel ist typisch für den Jugendstil.
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Die Münchner Zeitschrift „Jugend“ stand bei der Namensgebung Pate.

Ein Kind mit vielen verschiedenen Namen: der Jugendstil

Der Jugendstil war eine Richtung in der Kunst, die sich um 1900 in vielen Ländern entwickelte. Es handelte sich um einen komplett neuen Stil, den man  nicht kannte. Der Stil sollte elegant sein, luxuriös und selbstverständlich auch modern, eben der neuen Zeit entsprechend.

"Neue Kunst", "Art nouveau", "Sezession" ...

Diese "Neue Kunst" hieß "Art Nouveau" in Frankreich und Belgien, "Jugendstil" in Deutschland, "Jugendstil" oder "Sezession" in  Österreich, "Stile Florale" oder "Liberty" in Italien, "Arte Joven" in Spanien, "Modernismo" in Katalonien (Gaudí), "Arts and Crafts" in England und "Tiffany" in den Vereinigten Staaten (nach dem Künstler und Fabrikant Louis Tiffany). Sie hatte trotz aller nationalen Unterschiede eines gemeinsam: Sie war als "Gesamtkunstwerk" zu sehen. Zu ihrer Verwirklichung benötigte man höchste Handwerkskunst.

Ein besonders schönes Beispiel für den Jugendstil sind die Bauten des Belgiers Victor Horta (1861-1947) und sein "Hôtel Tassel" (1893) in Brüssel. Von der Fassade mit den Stein- und Eisenelementen bis zur Innengestaltung aus Holz, Glas und Metall erscheint das ganze Bauwerk "wie aus einem Guss". Der Jugendstill kommt in der Architektur innen wie außen zum Ausdruck, aber auch die Gestaltung des Inventars, die Malereien und das Kunsthandwerk, all dies entsprach ganz dem Jugendstil. Der Bau ist ein typisches Beispiel für den Jugendstil.

Schnörkel überall

Während die Künstler um 1893 schon sehr kreativ mit den für den Jugendstil typischen Schnörkeln umgingen, wie du auf dem Foto, das ebenfalls vom Hotel Tassel stammt, sehen kannst, erfuhr die Mehrheit der Menschen von diesem neuen Stil erst auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900. Ab diesem Zeitpunkt setzte sich dieser Stil auch im Deutschen Reich und in anderen europäischen Ländern durch. "Jugendstil" hieß diese Kunstrichtung allerdings nur im deutschsprachigen Raum und in den skandinavischen Ländern. Entlehnt wurde der Begriff einer modernen Münchner Zeitschrift mit dem Namen "Jugend".

Geschwungene Elemente, Ornamente und Blumen- und Tiermotive

Typisch für den Jugendstil waren die geschwungenen Linien, dekorative Ornamente wie Blumen- und Tiermotive und dekorative Flächen. Die Künstler suchten nach neuen Formen, die sich von dem abhoben, was vorher war, dem Stil des Historismus. Zum Beispiel wurde das Reichstagsgebäude in Berlin im Stil des Historismus erbaut.

Verglichen mit dem Hotel Tassel in Brüssel sieht man gut die Unterschiede. Die Künstler des Jugendstils wollten dem oft tristen Alltag mehr Stil und Schönheit verleihen. Deshalb wirkt der Stil auch oft elegant und kostbar.

Japan als Vorbild für die Grafik

Nachdem europäische Künstler japanische Farbholzschnitte entdeckt hatten, die ihnen sehr gut gefielen, wollten sie einen solchen Stil auch für Europa. So wurde Japan vor allem für die Grafik des Jugendstils zum Vorreiter. Die Künstler verwendeten große, einfarbig gefärbte Flächen und Designs ohne Perspektive. Wenn du solche Bilder siehst, dann wurden sie von der japanischen Kunst beeinflusst.

So hatte die japanische Kunst großen Einfluss auf die neuen europäischen Kunstbewegungen vom Impressionismus zum Expressionismus, auf die gesamte Ästhetik. Ein gewisser Siegfried Bing führte Porzellan und Holzschnitte aus Japan und China ein und trug so der Verbreitung dieser Kunst in Europa bei.

Antoni Gaudí

Ein sehr berühmter Architekt lebte in Spanien und hieß Antoni Gaudí. Dessen Lebenswerk, die Kirche Sagrada Familia in Barcelona, ist ein sehr gutes Beispiel für den katalanischen Jugendstil, den man als "Modernismo" bezeichnete. Das war  eine andere Bezeichnung für diese moderne Stilrichtung. Auf dem Foto der von Gaudí über viele Jahre erbauten Kirche kann man auch wieder sehr gut die typischen Merkmale erkennen, eben die geschwungen Linien und die Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt:

Auch in der Malerei gibt es berühmte Künstler, die als Vertreter des Jugendstils gelten, wie zum Beispiel der österreichische Maler Gustav Klimt. Ganz berühmt wurde sein Gemälde "Der Kuss", das noch heute als Ausdruck des Jugendstils gilt.


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