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Hintergrundbild Epoche

Was ist Nationalismus?


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Hier siehst du das Wappen des Deutschen Reiches, das von 1889 bis 1918 verwendet wurde.

"Und es mag am deutschen Wesen - Einmal noch die Welt genesen."

So dichtete schon im Jahre 1861 der Dichter Emanuel Geibel. Dieses Zitat wurde schon zu Zeiten von Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. und später auch von den Nationalsozialisten oft missbraucht und sollte die Überlegenheit der Deutschen bestätigen. Mit solch markigen Sprüchen taten sich nicht nur die Alldeutschen hervor, sondern auch später die Nationalsozialisten.

Man muss sich allerdings fragen, woher die Deutschen dieses Überlegenheitsgefühl überhaupt hatten? Wieso glaubten sie, sie seien etwas Besonderes? 

Um die Jahrhundertwende waren für die meisten Menschen Autoritäten sehr wichtig. Sie bewunderten Titel, verehrten den Adel und das Militär. Viele Deutsche sahen sich - anders als die Bürger anderer Länder - immer in erster Linie als Untertanen ihres Staates, ihrer Nation. Man passte sich an und hatte große Angst vor jeder Amtsperson. Ein bekannter Autor hat dieser Figur des deutschen Untertanen in einem großen Roman ein Denkmal gesetzt, und zwar Heinrich Mann in seinem Roman der "Der Untertan"

In Deutschland pochte man auf die "Blutszugehörigkeit"

1871 hatten die Deutschen endlich eines ihrer wichtigsten Ziele erreicht: den deutschen Nationalstaat. Doch wer dieser Reichsgründung von oben nicht zustimmte, geriet im Laufe der Zeit immer mehr in Gefahr, als "Reichsfeind" abgestempelt zu werden.

Zu Bismarcks Zeiten waren das zunächst die Katholiken und Sozialdemokraten. Gegen beide Gruppen ging Bismarck hart vor. Später rückten Angehörige nationaler Minderheiten oder Juden in den Blick der Nationalisten und wurden zu Feinden des Reiches, auch wenn sie hierfür nicht einmal Gründe lieferten. Man suchte nach einem Feindbild und dieses Feindbild erschien in dem vermeintlich "Fremden". In Frankreich zählte jeder Bürger zur Nation, im Deutschen Reich hingegen verlangte man nach einer "Blutszugehörigkeit" und grenzte die aus, von denen man glaubte, sie hätten eben nicht dasselbe Blut.

Der Nationalismus richtete sich aber nicht nur gegen angebliche Feinde von innen. Auch die Feindschaft zu Frankreich wuchs und man sah in den Franzosen eine Bedrohung für das noch junge Deutsche Reich. Aber auch England war der "Feind" oder wurde so wahrgenommen und die Angst vor dem Slawentum ergänzte diese Feindschaft gegen alle möglichen Feinde von außen. Irgendwie müssen sich alle Deutschen bedroht gefühlt haben. Ein Gefühl, das auch heute von rechtsradikalen Partien oft genug ausgenutzt wird.

Schon die Kinder wurden in der Schule auf Nation und Militär eingeschworen. Wen wundert es, dass der Nationalismus sich in allen Bevölkerungsschichten immer stärker ausbreiten konnte? Stell dir vor, dass du in der Schule immer stramm stehen müsstest. Vielleicht hättest auch du gedacht, dass man das so macht und normal ist.

Viele Nationalisten verband der Gedanke des Kaisertums

Viele Nationalisten verband der Gedanke des Kaisertums. "Für Kaiser und Reich" war das Motto vieler Menschen. So entwickelten sich  Vereine, die einem radikalen Nationalismus huldigten, wie die Deutsche Kolonialgesellschaft oder der Deutsche Flottenverein oder der Deutsche Sprachverein, der sich um die Pflege einer "reinen" deutschen Sprache kümmerte.  Besonders radikal dachten die Mitglieder des Alldeutschen Verbandes. Viele Mitglieder dieses Verbandes stammten aus dem Bildungsbürgertum, waren Lehrer und Professoren und hatten damit auch großen Einfluss auf die Jugend. Für diese galt das Deutschtum  und  das "deutsche Wesen" als Vorbild für alle und das Schlimmste an diesem Denken war das Überlegenheitsgefühlt gegenüber allem, was sie selbst als "nicht deutsch" betrachteten.

Das sind nur einige Beispiele für viele Verbände und Vereine, die nationalistisch dachten. Es gab zur Kaiserzeit noch einige mehr.



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