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Hintergrundbild Epoche

Wo liegt das deutsche "Hongkong"?


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Ein Postkartenmotiv, das um 1900 entstand.
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Die Bucht um Kiautschau schien den Deutschen strategisch wichtig.
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Hier ging es wohl ein bisschen drunter und drüber.
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Dieser Badestrand liegt tatsächlich in China und nicht an der Ostsee

Hongkong wurde am 1. Juli 1997 wieder unter die chinesische Hoheit gestellt. Nicht jeder weiß, dass es viele Jahre zuvor ein Gebiet in China gab, das als das "deutsche Hongkong" bezeichnet wurde. Wo lag dieses und wie kamen die Deutschen überhaupt dazu, sich in China niederzulassen?

Wo lag das "deutsche Hongkong"?

Im November 1897 wurde auf Befehl Kaiser Wilhelms II. die Kiautschou-Bucht von einem deutschen Flottenverband besetzt. Als Vorwand diente die Ermordung zweier deutscher Missionare, die man angeblich rächen wollte. Allerdings schien diese Aktion von langer Hand geplant, man suchte nur noch nach einem konkreten Anlass. 

Eine "mannhafte Tat"

Kaiser Wilhelm II. äußerte sich folgendermaßen:

"Hunderte von deutschen Kaufleuten werden aufjauchzen in dem Bewusstsein, dass endlich das Deutsche Reich festen Fuß in Asien gewonnen hat, Hunderttausende von Chinesen werden erzittern, wenn sie die eiserne Faust des Deutschen Reichs schwer in ihrem Nacken fühlen werden, und das ganze Deutsche Volk wird sich freuen, dass eine Regierung eine mannhafte Tat getan". [Zitat von Kaiser Wilhelm II.]

Das Gebiet war wirtschaftlich sehr interessant

Schon lange hatte man einen Blick auf China und vor allem das Gebiet um Kiautschau geworfen. Dies ist ein Gebiet, das in China am Gelben Meer liegt.

Diese Region schien strategisch ein guter Platz und gleichzeitig ein idealer Ausgangspunkt für die deutsche Wirtschaft zu sein. Als Grund für die Besetzung gab man aber an, Gerechtigkeit für den Tod der Missionare üben zu wollen.

Pachtvertrag

China gab nach und 1898 wurde ein Pachtvertrag über 99 Jahre geschlossen, in dem das Deutsche Reich die Hoheitsrechte über dieses 550 km² große Gebiet erhalten sollte. Der Einflussbereich des Reiches reichte allerdings noch viel weiter, bis in die Nachbarprovinz Schantung. Deutsche Unternehmen konnten sich hier niederlassen und Geld verdienen. Das Gebiet war also wirtschaftlich sehr interessant.

Ausbau nach "gutem" deutschen Vorbild

Dieses Gebiet sollte vorbildlich - darunter verstand man nach deutschem Vorbild  - ausgebaut und organisiert werden. Der ganze Ort wurde modernisiert, Straßen und Kanäle gebaut, sogar Schulen und eine Brauerei. Es gab eine Seepromenade wie an der Ostsee, an der entlang man flanieren konnte. Allerdings war die Region wirtschaftlich nicht so erfolgreich wie gedacht.

Doch ein Ende fand das "deutsche Hongkong" erst im Zweiten Weltkrieg. Das Gebiet wurde zunächst Japan, später dann wieder China zugesprochen.


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