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Hintergrundbild Epoche

Deutscher als deutsch: der "Alldeutsche Verband"


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Der Unternehmer Alfred Hugenberg war eines der Gründungsmitglieder des Alldeutschen Verbandes.
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Carl Peters gehörte ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern, er war Reichskommissar in Afrika und wurde unehrenhaft entlassen.

Der Alldeutsche Verband wurde um 1891 gegründet und war besonders radikal. Bestand hatte er bis zum Jahr 1939. Er strebte nach einem Ausbau eines großen deutschen Kolonialreiches. Die Stellung des Deutschen Reiches als Weltmacht sollte gestärkt werden. Der Verband ging vor allem gegen seine politischen Gegner vor, zu denen Linksliberale, Sozialdemokraten und Juden genauso wie Polen und Dänen zählten.  Der Alldeutsche Verband war militaristisch und nationalistisch eingestellt.

Alfred Hugenberg war einer der Gründer des Verbandes

Zu den Gründungsmitgliedern des Alldeutschen Verbanden zählte der Unternehmer Alfred Hugenberg (1865-1951), der später auch zum Wegbereiter des Nationalsozialismus wurde und während der Weimarer Republik die rechten Parteien unterstützte.  Ebenso Carl Peters, der sich schon durch besondere Grausamkeiten in den Kolonien "hervorgetan" hatte. Otto von Bismarck war übrigens Ehrenmitglied im Alldeutschen Verband. Den Namen "Alldeutscher Verband" trug der Verband seit 1894.

Was heißt "alldeutsch"

Was soll nun eigentlich "alldeutsch" heißen? Klingt ja irgendwie komisch, heißt das "für alle Deutsche"? Für die Vertreter dieses Verbandes bedeutete "alldeutsch", dass seine Mitglieder deutscher als die Deutschen sein sollten, also eben sehr deutsch und dann nannten sie das eben "alldeutsch". Man musste also eine besondere nationale Gesinnung aufweisen, um als "Alldeutscher" Anerkennung zu finden. Man kann sagen "alldeutsch" ist quasi eine Steigerungsform von "deutsch".

Die "Alldeutschen" wurden keine Partei!

Der Verband wurde nicht zur Partei, auch wenn das einige Mitglieder forderten. Am Ende wollte man dann doch parteiunabhängig bleiben. Das Programm stand von Anfang fest und setzte auf Expansion und den Ausbau der Flotte. Man wollte das Deutschtum fördern und gegen die Minderheiten im Deutschen Reich - vor allem gegen die Polen, die in Westpreußen und Oberschlesien lebten, sowie die Franzosen im Elsass - vorgehen.

Der Verband wurde immer radikaler

Der Alldeutsche Verband wurde im Laufe der Zeit immer radikaler. Selbst die national eingestellte Politik Wilhelms II. reichte dem Verband noch nicht aus und man stellte sich sogar gegen Kaiser und die Reichsleitung. Doch auch innerhalb des Verbandes gab es Konflikte und Meinungsverschiedenheiten. Der wirkliche Einfluss der Alldeutschen auf die Meinung der Deutschen war allerdings gering. Auch wollte man wenig mit anderen Verbänden, selbst wenn sie national eingestellt waren, zusammenarbeiten.

Die Ideen des Sozialdarwinismus, der Glaube an das Recht des Stärkeren, prägten das Denken des Verbandes. Der Wunsch nach "Lebensraum im Osten" und der Ausbreitung der Deutschen Richtung Osten war eines der wesentlichen Ziele.

Während des Ersten Weltkriegs erhielt der Verband starken Auftrieb, ging es doch im Krieg auch darum, den Forderungen des Verbandes nachzukommen.


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