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Hintergrundbild Epoche

Was ist der Schlieffen-Plan?


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Auf dem Foto siehst du Alfred von Schlieffen, der den „Schlieffenplan“ im Jahr 1905 entwickelt hatte.
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Auf dieser Karte siehst du, wie die Pläne des Schlieffen-Plans aussahen.

Der Schlieffen-Plan wurde nach seinem "Erfinder" oder "Vordenker" Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen getauft. Er entstand schon viele Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1905.

Schlieffen wollte keinen Zweifrontenkrieg

Generalfeldmarschall von Schlieffen wollte verhindern, dass das Deutsche Reich gegen Frankreich und Russland gleichzeitig Krieg führte. Einen Krieg, der nach zwei Seiten geführt wird, nennt man Zweifrontenkrieg. Der Plan, diesen Zweifrontenkrieg zu verhindern, misslang allerdings komplett. Alfred von Schlieffen hatte die Lage falsch eingeschätzt. Denn was sich in der Theorie im Jahr 1905 ganz leicht und logisch anhörte, scheiterte 1914 in der Praxis komplett. Letztlich hatte man einfach keine bessere Idee als diesen Plan aus der Schublade zu ziehen. Ein Risiko barg er von Anfang an in sich.

Schlieffens Nachfolger war der deutsche Generalstabschef Johannes Ludwig von Moltke. Und von Moltke glaubte 1914, mit dem Schlieffen-Plan ein gutes Konzept für einen schnellen Sieg des Deutschen Reiches gegen Frankreich und Russland in der Hand zu haben. Die Entente war im Vorteil, standen doch wesentlich mehr Soldaten auf ihrer Seite und auch die Bevölkerung aller Entente-Länder war sehr viel größer.

Was beabsichtigte der Schlieffen-Plan genau?

Der rechte Flügel des deutschen Westheeres sollte durch das neutrale Belgien - Belgien liegt nördlich von Frankreich - marschieren und zwar bis Nordfrankreich. Dann sollten die französischen Truppen, die um Verdun und Metz lagen, quasi wie mit einer Zange umschlossen und geschlagen werden. Nach dem Sieg im Westen plante man im Anschluss, alle Truppen an die Ostfront gegen Russland zu schicken. Dabei ging man selbstverständlich davon aus, dass der Truppenvorstoß im Westen gelingen würde und diese Truppen frei wären, im Osten zu kämpfen.

Als Schlieffen seinen Plan im Jahr 1905 entwickelte, war allerdings die Ausgangssituation eine ganz andere als 1914. Vor allem von England, das aufgrund der Verletzung der belgischen Neutralität in den Krieg eintrat, erhoffte man Stillhalten. Eine Hoffnung, die, wie der Verlauf des Krieges zeigte, nicht erfüllt wurde.

Das Deutsche Reich konnte weder Frankreich erfolgreich schlagen noch blieb Großbritannien neutral, sondern erklärte dem Deutschen Reich am 3./4.  August 1914 den Krieg. Der Plan war zum Scheitern verurteilt, denn die deutschen Truppen konnten sich nach ihrer Ankunft in Belgien nicht schnell genug vorwärts bewegen. Es dauerte viel zu lange, die Truppen zu verlegen. Deshalb kam es auch zu keinem schnellen Überraschungsangriff und die Alliierten erhielten ausreichend Zeit, ihre eigenen Truppen zu verstärken. Am Ende kam es genau zu dem Zweifrontenkrieg, den General Schlieffen mit seinem Plan verhindern wollte.


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