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Hintergrundbild Epoche

Warum essen die Menschen Gänseblümchen?


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Wer einen Garten sein eigen nannte, durfte sich glücklich schätzen.
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Alles, was irgendwie essbar war, kam auf den Tisch.

Schon im ersten Kriegsjahr wurde klar, man musste mit weniger auskommen. Seit Kriegsbeginn gab es bestimmte Lebensmittel nur noch auf den Lebensmittelkarten.

Kartoffeln wurden zu einem wichtigen Nahrungsmittel

Die Behörden versuchten, vor allem Lebensmittel zu fördern, die im Deutschen Reich selbst hergestellt wurden, dazu zählten zum Beispiel Kartoffeln. So stieg die Herstellung von Kartoffeln, aber auch der Verbrauch ab 1939 an.

Das Problem war, es gab zu wenig Fett. Schon vor Kriegsbeginn hatte man die Bevölkerung dazu aufgerufen, möglichst wenig Fett zu verbrauchen. Auch die Qualität der Lebensmittel sank, so gab es keine Vollmilch mehr, nur noch Magermilch, keinen echten Honig, sondern nur noch Kunsthonig. Statt Butter gab es Margarine. Kochbücher zeigten, wie man Nahrungsmittel "strecken" konnte, das hieß, aus wenigen Inhaltsstoffen versuchte man möglichst viel herzustellen.

Trocknen und Einfrieren wurden zu wichtigen Methoden, Nahrungsmittel aufzubewahren. Die Propaganda gab natürlich nicht zu, dass die Versorgung schlechter wurde. Sie rief aber gleichsam zu Sparsamkeit auf. So gab es mittlerweile Eintopfsonntage und fleischfreie Tage, die verordnet wurden.

Je länger der Krieg, desto schlechter die Nahrungsmittellage

1942 war schon das dritte Kriegsjahr und die Einschränkungen bei den Lebensmitteln bekamen alle zu spüren. So musste man mit dem, was da war, irgendwie auskommen. Seit April 1942 sah der Speiseplan folgendermaßen aus:
Der Durchschnittsbürger erhielt pro Woche 2000 Gramm Brot, 206 Gramm Fett und 300 Gramm Fleisch. Das ist so, wie wenn du ein saftiges Steak über die gesamte Woche verteilt essen würdest.

Sehr viel schlimmer ging es der jüdischen Bevölkerung, die noch in Deutschland lebte. Den Juden wurden kleinere Portionen zugesprochen, bestimmte Lebensmittel durften sie gar nicht kaufen und Einkaufen war für Juden  nur noch in ausgewählten Geschäften möglich. Oft gab es gar nichts zu kaufen. Viele Menschen hungerten, weil sie nicht genug zu essen hatten. Und vor allem den Kindern ging es schlecht, oft waren sie nicht so widerstandsfähig wie die Erwachsenen und steckten sich mit Krankheiten an. 

Muckefuck für alle!

Kaffee aus Bohnen gab es fast keinen mehr. Gut, nun ist Kaffee auch kein Kindergetränk, aber viele Erwachsene brauchen ihren Kaffee. Dafür gab es eine Art Ersatzkaffee, der aus Malz oder Zichorien hergestellt wurde, also ein Kaffee aus Getreide, der kein Koffein enthielt. Diesen Kaffee konnten also auch Kinder trinken. Er trug den netten Namen "Muckefuck".

Auf Obst und Gemüse mussten die meisten Deutschen verzichten. Man versuchte zwar, in kleinen Privatgärten oder auch auf dem Balkon Gemüse und Obst zu züchten, doch nicht immer gelang das. Vor allem konnten hier keine größeren Mengen produziert werden. Man griff auch auf wild wachsende Kräuter zurück wie Brennessel, Kresse oder Löwenzahn. Die Propaganda behauptete dann auch noch, die Deutschen würden sich jetzt viel gesünder als vor dem Krieg ernähren. Das sahen nicht alle so, doch gemeckert haben die meisten nur geheim, die Angst war zu groß.

Den Menschen auf dem Land ging es etwas besser

Wer sich ein Schwein, eine Gans oder ein Huhn halten konnte, hatte die Möglichkeit, an Fleisch heranzukommen. Doch dies war eigentlich gar nicht erlaubt. Viele Menschen aus den Städten fuhren dann aufs Land, denn da lebten die Bauern. Die hatten es etwas einfacher, sich mit Nahrung zu versorgen. Viele tauschten hier Schmuck und Wertgegenstände ein gegen Essbares wie Fleisch oder Kartoffeln.

Allerdings waren solche so genannten "Hamsterfahrten" mit großem Risiko verbunden, denn der Erwerb von Nahrungsmitteln außerhalb der Lebensmittelkarten, war unter Strafe gestellt. Es drohte Gefängnis und im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe.

Am Ende standen auch Gänseblümchen auf dem Speiseplan

Ab 1944 wurde die Situation immer schlimmer, es gab von Mal zu Mal weniger zu essen. Vor allem wurde die Qualität der Nahrungsmittel immer schlechter. Man ging sogar so weit, indem man das Gänseblümchen zu einem wichtigen Gemüse erklärte und die Menschen aufforderte, sich doch verstärkt an Waldfrüchten zu bedienen.

Schlimm wurde es erst 1945, als Deutschland nach der Kapitulation im Mai nicht mehr fähig war, den Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. So musste ein Großteil der Nahrung ab Mitte des Jahres 1945 durch die Siegermächte eingeführt werden.



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