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Hintergrundbild Epoche

Ella - Kommunistin


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Hier sehe ich wie ein braves deutsches Mädel aus, aber das ist nur Tarnung, damit sie mich nicht erwischen.

Ich heiße Ella, bin Kommunistin und arbeite im Untergrund. Das heißt, ich muss im Untergrund arbeiten, weil ich sonst wieder erwischt werde. Ja, einmal haben die Nazis mich erwischt. Wir haben uns immer mal wieder heimlich versammelt, um Pläne zu schmieden, wie wir etwas gegen die nationalsozialistischen Horden unternehmen können. Die schlagen nämlich einfach wahllos Leute, deren Gesichter ihnen nicht passen.

Aber die Gestapo hatte einen meiner Mitstreiter gefasst und verhört und dabei wohl so schlimm geschlagen, dass er schließlich meinen Namen verraten hat. Und so standen sie eines Tages vor meiner Haustür. Ich hatte Einladungen für ein geheimes Zusammentreffen geschrieben. Die Gestapo fand nichts in meiner Wohnung, keine Schriften verdächtiger Autoren oder irgendwelche Schriftstücke. Die hatten wir auch nie bei uns zu Hause gelagert. Aber sie fand einen Stift mit einer eigenartigen Farbe. So eine Farbe trug auch die Schrift auf den Einladungen... Und schon fand ich mich beim Verhör wieder. Im Zimmer nebenan sah ich meinen Bekannten. Er sah schlimm aus, sie hatten ihm ins Gesicht geschlagen. Ich hörte ihn ganz leise "Entschuldigung" murmeln, aber ich habe ihm verziehen, er konnte ja nichts dafür, sie müssen ihn schrecklich gequält haben.

Sie haben mich immer und immer wieder verhört, konnten mir aber nichts nachweisen. Bis zu meinem Prozess musste ich im Untersuchungsgefängnis bleiben. Ich kam in Einzelhaft und lebte in einer winzigen Zelle. Ich durfte nichts lesen, keine Zeitungen, keine Bücher, und keinen Menschen sehen. Es war schrecklich und dabei hatte ich ja wirklich nichts Schlimmes getan.

Dann folgte nach acht Monaten Untersuchungshaft der Prozess. Ich bekam zweieinhalb Jahre Haft. Das war ein mildes Urteil, ich kenne Leute, die wurden für 20 Jahre weggesperrt. Andere wurden sogar zum Tode verurteilt. Jetzt bin ich wieder draußen, habe aber Angst, dass sie mich beobachten. Ich habe gar nicht mal so viel Angst um mich, sondern um die anderen. Deshalb halte ich mich erst einmal zurück und tue so, als ob ich ein braves deutsches Mädchen bin. Aber das ist nur meine Tarnung. Ich werde weitermachen, es ist unsere einzige Chance, irgendwas gegen das braune Geschmeiß zu tun.


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