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Hintergrundbild Epoche

Franz - stark und hart


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Hans ist bei der Hitlerjugend. Er sieht genauso aus, wie sich die Nationalsozialisten einen arischen Jungen vorstellten.

Mein Name ist Franz und ich bin in der HJ, das heißt also in der Hitlerjugend. Die wurde nach unserem Führer Adolf Hitler benannt. Ich bin stolz darauf, dabei sein zu dürfen. Meine Eltern sind dagegen, dass ich dahin gehe. Mein Vater hat sogar gesagt, Hitler sei ein schlimmer Verbrecher und habe in der Regierung nichts verloren. Er denkt auch, dass wir mit Hitler bald Krieg haben werden. Aber sie können es mir nicht verbieten, denn dann würde ich sie anzeigen. Eltern dürfen ihren Kindern nicht verbieten, bei der Hitlerjugend mitzumachen. Der Reichsjugendführer hat gesagt, wenn unsere Eltern das tun, dann müssen wir das berichten, denn dann bekommen sie großen Ärger.

Außerdem tun wir ja gar nichts Schlimmes. Am Wochenende machen wir tolle Wanderungen und zelten im Wald. Wir machen ein Lagerfeuer und haben ganz viel Spaß miteinander. Wir machen Nachtwanderungen und wir kämpfen auch immer wieder gegeneinander. Da bekommt man schon locker mal den einen oder anderen Kratzer ab. Vor kurzem hatte mich einer so verprügelt, dass ich Nasenbluten hatte und meine Mutter war ganz entsetzt. Aber was soll`s, ein echter Mann kennt keinen Schmerz. Und was mich nicht umhaut, macht mich hart, sagt unser Scharführer. Der heißt Hein und ich bewundere ihn sehr.

Und am Ende halten wir Hitlerjungen alle zusammen. Dann sitzen wir da und singen Lieder, einen Eid habe ich auch geleistet, auf die Fahne natürlich. "Ich verspreche, in der Hitlerjugend allzeit meine Pflicht zu tun in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne, so wahr mir Gott helfe". Das musste ich sagen. Und alles, was wir tun, tun wir ja für Deutschland. Und jetzt darf ich auch eine Uniform tragen, da sehe ich viel älter aus als ich bin. Außerdem dürfen wir Gewehre bedienen und Handgranaten werfen. Mein Vater sagt immer, Krieg sei schrecklich. Er war nämlich im Ersten Weltkrieg und hat da einen Arm verloren. Er hat fürchterliche Angst vor dem Krieg, aber er ist auch ein Feigling, denke ich, echte Männer müssen auch bereit sein, in den Krieg zu ziehen, für Deutschland, für unser Vaterland und für unseren Führer.



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