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"Der Giftpilz": Ein Kinderbuch hetzt gegen die Juden


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In der Schule wurde den Kindern erklärt, woran sie Juden erkennen konnten.
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Die Juden als „Unglück für Deutschland“, das wurde im Kinderbuch „Der Giftpilz“ immer wieder betont.
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Die Juden wurden als „fiese Typen“ dargestellt.

Kinder waren für die Nationalsozialisten wichtig, da sie ihnen ihr Gedankengut schon möglichst früh einimpfen wollten. Das ganze Leben der Kinder wurde durch die nationalsozialistische Propaganda beeinflusst. Vor allem jüngere Kinder konnten sich dem schwer entziehen und viele kannten es eben auch nicht anders.

Kinderbücher sollten die Kinder beeinflussen

Kinderbücher eigneten sich ganz besonders dafür, die Kinder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Dabei sollten sie möglichst gar nicht merken, dass sie beeinflusst wurden. Ganz schön fies, wirst du vielleicht denken, das ist richtig. Aber die Nationalsozialisten waren bei ihrem Werbe- und Propagandamaßen sehr wirkungsvoll. Dabei kamen auch Kinderbücher zum Einsatz. 

Der Giftpilz hetzte gegen "die Juden"

Eines dieser Kinderbücher war "Der Giftpilz", ein Buch, das 1938 erschien und von einem Autor namens Ernst Hiemer geschrieben worden war. Kindern wurde in diesem Hetzbuch gezeigt, an welchen Merkmalen man Juden erkennen könne. Dass es sich hierbei um keine besonders netten Eigenschaften handelte, kannst du dir vielleicht denken. 

"Kurze Beine und Plattfüße"

So wurde zum Beispiel behauptet, alle Juden hätten eine krumme Nase, was natürlich völliger Unsinn war. Die Lippen der Juden sollten "aufgeblasen" wirken und ihre Augenbrauen "dicker und fleischiger" sein als bei Nichtjuden. So jedenfalls stand es im "Giftpilz". Außerdem hätten Juden kurze Beine und Plattfüße sowie eine "schräge Stirn". Hier vergleicht das Buch dann Juden mit Kriminellen, die ebenfalls eine schräge Stirm als Erkennungsmerkmal aufwiesen.

Beleidigung der Juden auf schlimme Art und Weise

In diesen Büchern wurden die jüdische Bevölkerung schrecklich beleidigt. Sie wurde als Lügner, als Verbrecher und Mörder geschildert. So erzählte man, dass Juden Kindern "Böses" antun wollten und sie sich vor ihnen in Acht nehmen sollten. Eine Geschichte warnt vor dem Besuch von jüdischen Ärzten, die nur darauf aus seien, deutschen Mädchen zu schaden. Juden sollten Tiere schrecklich quälen und ihre Angestellten misshandeln. Eigentlich gibt es in dem Buch - das ja ein Kinderbuch sein soll - keine Missetat, die Juden nicht vorgeworfen wurde.

Am Ende des Kinderbuchs stand die Aufforderung, dass sich die Welt vom Judentum befreien müsste.

"Die Welt erwacht in Juda`s Ketten
Deutschland alleine kann sie retten.
Deutsches Denken und Deutsch sein
Wird einst die ganze Welt befreien.
SIEG HEIL!"


Wie das dann im Einzelnen aussehen sollte, dass sich die Welt vom Judentum befreite, führte der Autor nicht aus. Wir wissen aber, dass die Lösung für die Nationalsozialisten im Mord an den europäischen Juden lag. Davon sprach das Kinderbuch allerdings nicht.


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