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Hintergrundbild Epoche

Was tut die katholische Kirche gegen Hitler?


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Am 20. Juli 1933 wurde zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl in Rom das Reichskonkordat unterzeichnet.
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Der polnische Pfarrer Maximilian Kolbe setzte sein Leben aufs Spiel und wurde im KZ ermordet.

Hat die Kirche während des Nationalsozialismus Widerstand geleistet?

Die Kirche, wenn wir unter Kirche die Amtskirche verstehen, leistete keinen Widerstand. Von 1929 bis 1933 war die Kritik an Hitler noch äußerst heftig. So müssen wir bei der Antwort auf diese Frage deutlich trennen zwischen der Organisation der Kirche bzw. deren Oberhaupt, dem Papst, und dem Widerstand einzelner Bischöfe, Pfarrer und auch der gläubigen Menschen.

Konkordat mit dem Vatikan

Papst Pius XI. hatte sich durch das mit Hitler geschlossene Konkordat vom 20. Juli 1933 mit dem NS-Staat arrangiert. Somit setzte er ein Zeichen für seine Kirche und für die Gläubigen seiner Kirche. Er hoffte, Hitler werde die katholische Kirche, ihre Einrichtungen und ihre Pfarrer in Ruhe lassen, wenn er diesen Vertrag, nichts anderes war das Konkordat, mit Hitler und dem NS-Staat abschloss.

Hitler brauchte die katholischen Parteien

Doch viele Katholiken standen in Opposition zum Staat, sie waren nicht so staatsgläubig wie die Protestanten. Solange Hitler noch nicht an der Macht gewesen ist und noch nach Mehrheiten suchte, benötigte er auch ein gutes Verhältnis zu den Katholiken. Die Parteien des Katholizismus, das waren das Zentrum und die Bayerische Volkspartei - sollten ja dem Ermächtigungsgesetz vom März 1933 zustimmen.

So wurde zunächst von Seiten der Kirche vor Hitler gewarnt. Doch wenig später machte die Kirche eine Kehrtwendung und die Bischöfe nahmen ihre Warnungen offiziell zurück. Der gläubige Katholik war ziemlich verwirrt, was sollte er tun? So gab es immer wieder Theologen und auch Pfarrer, die Hitler ablehnten, die warnten und sich gegen das NS-Regime engagierten.

Auch der Terror gegen die Kirche wuchs

Doch auch wenn einige der Kirchenvertreter glaubten, dass durch das Konkordat die Kirche ihren Schutzraum behalten würde, so sahen sie sich bald darauf enttäuscht. Der Terror richtete sich auch gegen kirchliche Veranstaltungen, es gab Provokationen seitens der nationalsozialistischen Schlägertrupps und auch die katholischen Vereine durften nicht mehr arbeiten.

Der anfängliche Glaube, Hitler werde die Kirche und die Katholiken schon irgendwie in Ruhe lassen, wenn man ihn nur machen ließe, wurde enttäuscht. Offizielle Stellungnahmen gegen den Antisemitismus und die Verbrechen des NS-Staates gab es seitens der Kirche nicht. Selbst die von Papst verfasste Enzyklika "Mit brennender Sorge" aus dem Jahr 1939 kritisierte zwar das Vorgehen Hitlers gegen die Kirche, aber nicht das Vorgehen gegen die Juden, jedenfalls nicht offiziell.

Trotzdem gab es immer wieder einzelne Pfarrer und Christen, die sich aus ihrer religiösen Überzeugung heraus gegen das NS-Regime stellten. Viele wurden verhaftet und kamen in die Konzentrationslager, einige mussten dort ihr Leben lassen. Gerade auch in den Kreisen gläubiger Katholiken hatte Hitler große Probleme, mit seiner Weltanschauung zu überzeugen. Das christliche Menschenbild widersprach dem Menschenbild des Nationalsozialismus. Doch leider hatte die Amtskirche daraus keine Konsequenzen gezogen. 



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