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Frauenpolitik: an Heim und Herd


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Die Führerin der Reichsfrauenschaft Gertrud Scholtz-Klink hatte als Leiterin der Reichsfrauenschaft eines der wenigen bedeutenden Ämter als Frau inne. Zu sagen hatte sie allerdings wenig.

Das nationalsozialistische Regime wollte die Frauen als Mütter an Heim und Herd holen und sie von jeglicher Tätigkeit außer Haus möglichst fernhalten. Um die Frauen von der Bedeutung und Notwendigkeit ihrer Mutterrolle zu überzeugen, bedienten sich die Propagandisten verschiedener Mittel. Man wollte die Frauen auf das angenehme Leben als "deutsche Mutter" vorbereiten.

Vergünstigungen für Eheleute

Schon am 1. Juni 1933 wurde das so genannte Ehestandsdarlehen eingeführt. Das Darlehen erhielten die Eheleute aber nur dann, wenn die Frauen zuvor gearbeitet hatten. Dieses Darlehen stand in engem Zusammenhang mit dem "Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit". Man ging davon aus, je mehr Frauen aus dem Berufsleben ausschieden, desto mehr verringerte sich die Arbeitslosigkeit, denn die Frauen räumten den Männern den Platz. Dieser Plan ging am Ende auf, denn durch verschiedene weitere Maßnahmen sank die Arbeitslosigkeit im Laufe der Zeit tatsächlich.  

Viele Kinder

Wer Kinder bekam, musste das Darlehen gar nicht oder  nur zum Teil zurückzahlen, denn pro Kind reduzierte sich die Zurückzahlungspflicht um 25%. Bei vier Kindern lohnte sich das schon, denn dann war gar nichts zurückzuzahlen. Der Staat kümmerte sich um kinderreiche Familien, es gab Kinderbeihilfen und sonstige Vergünstigungen für kinderreiche Familien. Das ist ja eigentlich eine gute Sache, könnte man denken, aber die Nationalsozialisten taten dies nicht aus Menschen- oder gar Kinderfreundlichkeit.

Warum freuten sich die Nationalsozialisten über die vielen Kinder?

Jedenfalls nicht deshalb, weil sie selbst so kinderfreundlich waren, sondern weil Kinder die künftigen Soldaten sein sollten, zumindest die Jungen. Die Mädchen waren deshalb wichtig, weil sie als Mütter neue Soldaten gebären würden. So einfach war das Weltbild der Nationalsozialisten. Dass es sich bei dem Nachwuchs um Nachwuchs handeln musste, der den rassenideologischen Gesichtspunkten entsprach, verstand sich von selbst. Behinderte Kinder oder jüdische Kinder waren nicht erwünscht. [mehr dazu: Was ist Rassenlehre?]

Ehepaare, die keine Kinder hatten, spürten erhebliche Nachteile. Sie mussten weit mehr Steuern zahlen und erhielten weniger staatliche Vergünstigungen als Familien mit Kindern.

Frauen konnten nur noch wenige Berufe ausüben

Das Ausscheiden der Frauen aus dem Berufsleben wurde gleichzeitig erzwungen. Man entzog den Frauen das passive Wahlrecht, das heißt, sie konnten sich nicht mehr wählen lassen. Sie durften nicht mehr als Richterinnen oder Anwältinnen arbeiten und auch als Ärztin keine Praxis betreiben. Der Frauenanteil an den Universitäten hatte unter 10% zu liegen, denn gebildete Frauen sahen die Nationalsozialisten nicht gerne. 


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