Hintergrundbild Epoche

Wer sind die Mörder?


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Adolf Hitler als Kleinkind. Im seltensten Fall war es abzusehen, wer zum Täter wurde.
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Vielen der SS-Männer sah man nicht an, dass sie Massenmörder waren.
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Mit diesem Pass floh einer der Hauptkriegsverbrecher, Adolf Eichmann, 1950 nach Argentinien. 1960 wurde er von israelischen Agenten festgenommen und in Israel zum Tode verurteilt.

Wer waren die Männer, die mordeten?

Immer wieder stellt sich die Frage, wer denn die Männer waren, die so viele Menschen ermordet haben, die diese Morde exakt geplant und verwaltet haben und sich auch nicht scheuten, selbst Morde durchzführen. Waren sie Außenseiter der Gesellschaft, hatten sie eine bestimmte Veranlagung, waren sie selbst vielleicht als Kinder schlecht behandelt worden und wollten sich rächen? Fragen über Fragen, aber leider gibt es nur wenige Antworten.

Viele der SS-Leute waren gut ausgebildet

Zunächst einmal waren die meisten dieser Männer keine Außenseiter. Wer in der SS Erfolg haben wollte, bei der Gestapo arbeitete oder im Sicherheitsdienst, verfügte meist über eine gute Schulbildung.

In der SA tummelten sich auch Kleinkriminelle

Während die SA mit ihren Schlägertrupps auch Männer aufnahm, die nicht besonders erfolgreich waren, traf dies auf die meisten Führungsorganisationen im NS-Staat so nicht zu. Ein großer Teil hatte Abitur oder ein Studium  und sehr viele hatten sogar einen Doktortitel erworben. Sie waren Juristen, Historiker, Germanisten und sogar Theologen. Sie arbeiteten als Lehrer an Schulen, waren Hochschulprofessoren und Wissenschaftler. Nicht zu vergessen die NS-Ärzte, die sich ebenfalls schrecklich an vielen Menschen vergangen haben, indem sie mit ihnen Experimente durchführten.

Viele der SS-Leute waren im Geist von Weimar aufgewachsen

Die führende Gruppe, die so viele Menschen auf dem Gewissen hatte, war kein dummer Haufen, der nicht wusste, was er tat, sondern ein Teil der gebildeten Oberschicht Deutschlands. Viele der Männer waren jung, sie hatten nicht im Ersten Weltkrieg gekämpft, sie waren Kriegs- oder Nachkriegskinder, die ihre Jugend in der Zeit der Republik von Weimar verbrachten. Sie wuchsen allerdings in einer Zeit auf, in der viele Unsicherheiten bestanden und die junge deutsche Republik alles andere als ein stabiles politisches System war. Und sie entwickelten sich nicht, wie vom Ausland gehofft, zu Demokraten, sondern glaubten an ein Führertum, an ihre Überlegenheit und an die Überlegenheit des deutschen Volkes.

Viele nutzten die Gelegenheit 1933

Mit dem Jahr 1933 öffneten sich vielen von ihnen berufliche Möglichkeiten, von denen sie zuvor nur geträumt hatten. Sie stiegen in führende Positionen in der SS oder beim SD auf. Und damit nicht genug, nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges leiteten sie wichtige Kommandos, waren für die Vernichtung der Bevölkerung in den eroberten Gebieten verantwortlich und trugen ihren Teil zur "Lösung des Judenproblems" bei. Hierbei gingen sie äußerst diszipliniert und planmäßig vor und scheuten sich nicht, selbst Hand anzulegen, selbst zu morden oder die Morde zu veranlassen.

Viele tauchten nach 1945 unter

Viele dieser Mörder tauchten nach dem Krieg unter und lebten ihr Leben als unbescholtene Bürger weiter, manche wurden nach Jahren entlarvt, doch nur wenige am Ende wirklich zur Verantwortung gezogen. Einige leben auch heute noch unter uns.


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