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Hintergrundbild Epoche

Schreiben in Sütterlin, Lesen in Fraktur!


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Deutsche Sütterlin-Ausgangsschrift
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Zum Vergleich: Deutsche Normalschrift, wie sie ab 1941 unterrichtet wurde

Alle Kinder, die in der Zeit der Weimarer Republik in die Schule kamen, lernten das Lesen der Frakturschrift und das Schreiben in Sütterlin. Für uns heute ist das gar nicht so leicht zu lesen.

Druckschrift: Fraktur oder Antiqua?

Fraktur ist eine "gebrochene Schrift". Das bedeutet, dass die Buchstaben abrupte Richtungswechsel machen. Den Unterschied siehst du links im Bild. Antiqua nennt man hingegen die Schriftart, die wir heute benutzen. Da sind die Bögen rund und nicht gebrochen.

Die Fraktur war seit dem 16. Jahrhundert die gängige Schrift im deutschen Sprachraum für alle deutschen Texte. Lateinische Texte druckte man hingegen in Antiqua. Daher haben sich auch die umgangssprachlichen Benennungen "Deutsche Schrift" und "Lateinische Schrift" erhalten. In anderen Ländern wie Spanien und Frankreich hatte sich die Antiqua aber durchgesetzt.

Fraktur-Antiqua-Streit

In Deutschland kam es im Kaiserreich einen regelrechten "Fraktur-Antiqua-Streit", der aber kein Ergebnis brachte. Es gab weiterhin beide Schriften. Das Berliner Tageblatt stellte 1927 von der Fraktur auf Antiqua um. 1941 wurde mit dem "Normalschrifterlass" der Nationalsozialisten der Gebrauch der Antiqua als alleinige Schrift vorgegeben.

Schreibschrift: Kurrent- oder Kursivschrift?

Auch in der Schreibschrift gab es zwei Typen von Schrift: die deutsche Kurrentschrift und die Kursivschrift (in der ihr heute auch schreibt). Die Kurrentschrift hatte sehr spitze Buchstaben. 1911 beauftragte das preußische Kultur- und Schulministerium den Grafiker Ludwig Sütterlin, eine neue Ausgangsschrift zu entwickeln, also eine Schrift für den Schreibunterricht für Schulanfänger. Diese Sütterlinschrift war auch eine Kurrentschrift. Sie stand gerade auf der Zeile und bildete Kringel. 1915 wurde sie in Preußen eingeführt, in den 1920er Jahren wurde sie nach und nach im gesamten Deutschen Reich unterrichtet. Wie die Fraktur wurde sie 1941 verboten und die lateinische Schrift wurde die "Normalschrift".

Tücken der Sütterlin-Schrift

Möchtest du einmal Sütterlin lesen oder schreiben? Es gibt einige Tücken, z. B. sind das "e" und das "n" sich sehr ähnlich. Für das "s" gab es gleich zwei Varianten: das lange und das runde "s". Das lange s steht immer am Anfang oder inmitten eines Wortes. Das runde s steht demnach am Wortende oder am Ende von Wortteilen bei zusammengesetzten Wörtern. Das macht uns das Lesen heute oft sehr schwer.

Hier kannst du Sütterlin lesen und schreiben lernen (Mitmachtipp) und hier kannst du zum Beispiel deinen Namen auf Sütterlin schreiben.


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