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Hintergrundbild Epoche

Welche Schulen gibt es in der Weimarer Republik?


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Klassenfoto vor der Volksschule Amendingen vom Jahrgang 1920/21.
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Klassenfoto einer hessischen Oberschule um 1924, abgebildet sind etwa 1908 geborene Schüler mit Schülermützen, unter ihnen zwei Mädchen.

Schon im Kaiserreich war die Volksschule eingeführt worden. Alle Kinder sollten lesen und schreiben lernen, nicht nur die der reichen Familien. Acht Jahre dauerte die Volksschulzeit, die Schulpflicht galt für alle Kinder.

Keine Vorschulen mehr

Am 28. April 1920 wurde das Reichsschulgrundgesetz verabschiedet. Darin wurde festgelegt, dass alle Kinder gemeinsam vier Jahre  zur Schule gehen sollten: die Grundschule. Die für spätere Gymnasiasten üblichen privaten "Vorschulen" wurden geschlossen. Kinder wohlhabender Eltern besuchten diese Vorschulen von der 1. bis zur 3. Klasse – gegen hohe Gebühren. Nach nur drei Jahren wechselten diese Kinder dann mit erheblichem Vorsprung aufs Gymnasium. Diese Ungerechtigkeit sollte aufgehoben werden, darum wurden diese Vorschulen abgeschafft.

Volksschule

Die Grundschule dauerte vier Jahre und war Teil der 8-jährigen Volksschule. Wer auf der Volksschule blieb, erhielt also nach insgesamt acht Schuljahren den Volksschulabschluss. Neu war in der Weimarer Republik, dass die Volksschule kein Schulgeld mehr kostete. Viele Schulen waren konfessionell gebunden, das heißt sie waren entweder protestantisch oder katholisch.

Schulgeld

Nach vier Jahren Volksschule (also der Grundschule) war aber auch ein Wechsel zur Mittelschule (heutige Realschule) oder zum Gymnasium möglich. Das kostete dann aber Geld. Eltern von Kindern, die zur Mittelschule wechselten, mussten drei bis zehn Reichsmark im Monat zahlen. Für das Gymnasium betrug das Schulgeld bis zu 20 Reichsmark im Monat. Für die Gymnasien wurde das Schulgeld übrigens erst in den 1950er Jahren abgeschafft.

Die höhere Schule: verwirrend viele Formen

Es gab seit etwa 1900 drei Formen des Gymnasiums: das humanistische Gymnasium, das Realgymnasium und die Oberrealschule. Mit der Richertschen Gymnasialreform von 1924/25 kam eine weitere Gymnasialart hinzu: die "Deutsche Oberschule". Sie ist benannt nach dem preußischen Ministerialbeamten Hans Richert. Die vier Formen des Gymnasiums hatten unterschiedliche Schwerpunkte:

Im humanistischen Gymnasium wird der Antike besondere Bedeutung zugemessen. Darum lernt man dort auch Latein und Griechisch.
In den Realgymnasien standen die modernen Sprachen sowie naturwissenschaftliche Fächer ("Realien", Sachfächer im Gegensatz zu den sprachlichen Fächern) im Vordergrund.
In den Oberrealschulen standen Mathematik und die Naturwissenschaften an oberster Stelle.
In der neuen "Deutschen Oberschule" sollte vor allem die deutsche Kultur unterrichtet werden. Zur "Kulturkunde" gehörten die Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Religion und Staatsbürgerkunde. Dieses Fach war überhaupt erst in der Weimarer Republik eingeführt worden, es umfasste politische Bildung.

In welche Klasse würdest du gehen?

Die Bezeichnungen der Klassen in den höheren Schulen waren früher ganz anders:
Sexta = 5. Klasse
Quinta = 6. Klasse
Quarta = 7. Klasse
Untertertia = 8. Klasse
Obertertia = 9. Klasse
Untersekunda = 10. Klasse
Obersekunda = 11. Klasse
Unterprima = 12. Klasse
Oberprima = 13. Klasse
Es wurde andersherum gezählt als heute. Denn "prima" bedeutet erste Klasse. Die 13. und 12. Klasse waren also die ersten, die obersten Klassen.


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