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Hintergrundbild Epoche

Verbrechen – und ihre Bekämpfung


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Das Polizeipräsidium von Berlin befand sich am Alexanderplatz. Es ist das mittlere Gebäude.
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Auf der Berliner Polizeiausstellung 1926 wird ein Tatort gezeigt. Die Besucher sehen, welche Spuren zur Ergreifung des Täters führen.
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An der Hochschule für Kriminalisten zeigen zukünftige Kommissare im November 1932, wie sie Spuren sichern.

Verbrechen gab es wohl zu jeder Zeit, so auch in der Weimarer Republik. Vielleicht gab es in dieser Zeit sogar mehr Raub, Diebstahl, Betrug und Mord, denn immer mehr Menschen strömten in die Städte, wo wiederum immer mehr Elend und Hunger herrschte. 59 Morde pro Jahr verzeichnet Berlin nun. Doch auch die Verbrechensbekämpfung machte große Fortschritte. Dabei tat sich Ernst Gennat besonders hervor.

Die Lage

Geschah ein Mord, wurde erst umständlich nach einem Kommissar gesucht, der den Fall bearbeiten sollte. So verging wertvolle Zeit. Am Tatort wurden viele Spuren nicht gefunden oder von den Beamten selber verwischt. Sie räumten nämlich erstmal auf, ehe der Kommissar da war.

Ernst Gennat

Ernst Gennat war Kommissar in Berlin. Geradezu legendär war seine Vorliebe für Kuchen und damit einhergehend seine enorme Leibesfülle. Berühmt aber wurde Gennat für seine Leistungen in der Verbrechensbekämpfung. So gründete er 1926 die erste echte Mordkommission. Er führte auch ein Schema ein, nach dem wichtige Schritte bei der Verbrechensaufklärung aufgelistet wurden. Diese Anleitung zum Vorgehen am Tatort ist im Prinzip heute noch gültig. Außerdem legte er eine zentrale Kartei an. Erst dadurch war es möglich, Verbindungen zu älteren Mordfällen ziehen zu können. 1931 wurden von 114 Mordfällen 108 aufgeklärt. Das entspricht einer Aufklärungsrate von 95 Prozent!

Das M-Auto

Gennat schaffte 1926 auch das erste "Mordauto" oder "M-Auto" an. Das war für die Ermittlungen vor Ort mit allem Nötigen ausgerüstet: Karten und Stadtpläne, Kompass, Schreibmaschine, Fotoausrüstung, Mikroskop, Spaten, Taschenlampen, Handschuhe, Pinzetten und vielem mehr. Auch die Münchner Mordkommission wurde ein Jahr später mit einem solchen Wagen ausgestattet.

Vom "Mordplakat" zur Rundfunkdurchsage

In der Kaiserzeit wurden so genannte "Mordplakate" an die Litfaßsäulen geklebt. Darauf wurde die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung eines Mordes aufgerufen. Zur Zeit der Weimarer Republik führte man nun Rundfunkdurchsagen ein, mit denen man viele Menschen recht schnell zu Hause erreichen konnte. 1938 war Gennat auch der erste, der die Fernsehfahndung einführte. Der Mord an einem Taxifahrer wurde aufgrund der zahlreichen Hinweise aufgeklärt.


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