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Hintergrundbild Epoche

Was gibt's denn zu essen?


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Hier gibt es Hering zu kaufen!
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Eine solche Gerstensuppe mit wenig Fleisch und mehr Gemüse gab es oft zu essen.
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Eine Hausschlachtung... Hier zwar 1947, aber so etwa sah es auch zur Weimarer Republik aus.

Was gab es denn nun zu essen?

Kartoffeln und Hering statt Fleisch

Vor dem Krieg, also bis 1913, war der Verbrauch an Kartoffeln und Fleisch und auch Südfrüchten wesentlich höher als im und nach dem Krieg. Was hingegen jetzt stieg, war der Verbrauch an Hering. Dieser Fisch war günstig und galt als "Fleisch der Hungernden", z. B. im Heringshäckerle. Kartoffeln waren aber weiterhin ein Grundnahrungsmittel. Sie wurden vor allem als Salz- und Bratkartoffeln gegessen, aber auch zu Klößen verarbeitet.

Suppe und Eintopf

Man war auch erfinderisch und versuchte, bestimmte Lebensmittel durch andere zu ersetzen.
Häufig aß man Suppen, die umso dünner ausfielen, je ärmer die Familie war. Etwas dickflüssiger ist der Eintopf, in dem Gemüse, Fleisch und Kartoffeln in einem großen Topf gekocht werden. Den Begriff "Eintopf" benutzte man aber noch nicht, man nannte das einfach "Durcheinander" - das Wort Eintopf kennt der Duden erst ab 1934.

Selbstversorgung

Wer nicht gerade mitten in der Stadt wohnte, sondern auf dem Dorf oder in einer Kleinstadt, versuchte sich mit möglichst vielen Lebensmitteln selber zu versorgen. Im Garten wurden Kartoffeln, Bohnen und Erbsen angebaut, die Obstbäume lieferten Pflaumen, Äpfel, Birnen und Kirschen. Nicht zu vergessen die Erdbeeren, Him- und Brombeeren. Die Ernte wurde für den Winter eingelagert oder verarbeitet. Im Keller oder in der Speisekammer stapelten sich dann die Einweckgläser mit Gurken, Kürbis und Quitten, daneben gab es Erdbeermarmelade und Apfelmus. Viele Menschen hielten sich auch ein paar Hühner und hatten so frische Eier.

Hausschlachtung

Manche hatten sogar ein Schwein, das sie dann schlachten ließen. Ein ganzes Jahr lang war das Schwein mit Küchenabfällen, Kartoffeln und gesammelten Eicheln gefüttert worden. Im November oder Dezember, wenn es schon kalt war, wurde dann geschlachtet. Im Sommer wäre das Fleisch zu schnell verdorben. Der Hausschlachter kam auf den Hof  und schlachtete das Tier direkt dort. Das Schwein erhielt mit der Rückseite einer Axt einen Stoß vor die Stirn, der es betäubte. Der Schlachter öffnete die Halsschlagader.

Das Blut, das herausspritzte, musste sofort aufgefangen werden. Es musste gerührt werden, damit es nicht verklumpte. Aus dem Blut wurde Schwarzsauer und Blutwurst hergestellt. Im Brühtrog wurde heißes Wasser über das Schwein geschüttet und die Borsten wurden abgekratzt. Das Schwein wurde dann draußen mit den Hinterbeinen an einer Leiter aufgehängt. Es blutete aus, ehe der Schlachter sich dann an das Zerteilen machte.

Alles wurde verarbeitet, vor allem zu Wurst, denn die war lange haltbar. Machte man Fleisch, wurde es in Salz eingelegt (gepökelt) oder man räucherte es, um es haltbar zu machen. Gekochtes Fleisch aus Kopf und Bauch hieß Wellfleisch oder Kesselfleisch. Das gab es direkt am Schlachttag mit Sauerkraut zu essen.


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