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Hintergrundbild Epoche

Hans und Ilse werden zu Hause geboren


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Jahrgang 1932 - die jüngsten Berliner. Die Kleinen, welche am 1. Januar 1932 in einem Berliner Heim das Licht der Welt erblickten.
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Wie mag dieser Knirps wohl heißen? Vielleicht Günther? Das Foto wurde 1930 im Berliner Zoo aufgenommen.

Kinder kamen bis in die 1950er Jahre hinein normalerweise zu Hause auf die Welt.

Hausgeburt

Stand eine Geburt an, wurde die Hebamme geholt. Das Baby kam zu Hause im Elternschlafzimmer zur Welt. Der Vater war nicht dabei – er wartete nebenan und wurde erst geholt, wenn das Kleine da war. Das Baby wurde in Stoffwindeln gewickelt.

Ledige Frauen

Unverheiratet schwanger zu werden war eine Schande. Die Kinder beschimpfte man als Bastard oder Hurenkind. Das Baby erhielt automatisch einen Vormund, wenn es unehelich zur Welt kam. Ab 1922 war das Jugendamt automatisch Vormund. Die Mutter konnte ihr Kind zwar aufziehen, besaß aber keine elterlichen Rechte! Ledige Mütter gingen zur Geburt ins Krankenhaus oder in ein Entbindungsheim für ledige Mütter. Die gab es in großen Städten. Manche Mütter gaben ihr uneheliches Kind auch in ein Heim oder es wurde von Verwandten aufgezogen. Zwar hatte man sich in der Weimarer Verfassung vorgenommen, uneheliche Kinder rechtlich den ehelichen gleichzustellen, aber über mehr als einen Gesetzesentwurf kam man nie hinaus.

Nur bei Komplikationen ins Krankenhaus

Gab es bei der Geburt Komplikationen, zum Beispiel weil das Baby quer im Bauch lag, sorgte die Hebamme dafür, dass die Schwangere ins Krankenhaus kam. Das galt auch, wenn es nach der Geburt Probleme gab. Insgesamt lag die Zahl der Krankenhausgeburten in den zwanziger Jahren aber sehr niedrig.

Und wie soll das Kleine heißen?

Wenn du 1920 geboren worden wärest, was meinst du, wie du geheißen hättest? Als Junge vermutlich Hans, Karl oder Heinz, denn das waren die beliebtesten Vornamen im Jahr 1920. Mädchen wurden Ilse, Hildegard und Gertrud genannt. 1926 hatte sich bei den Jungen Günter in der Beliebtheit nach vorne geschoben, bei den Mädchen waren Ursula, Helga und Gerda besonders beliebt. Sogar 1931 hatte sich daran nicht viel verändert. Bei den Mädchen kam Ingrid hinzu, bei den Jungen Horst.

Hier siehst du Aufnahmen von Babys, die in der Zeit der Weimarer Republik geboren wurden:

Mit freundlicher Genehmigung vom Haus des Dokumentarfilms Stuttgart

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