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Hintergrundbild Epoche

Komm mit ins Kino!


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Das erste deutsche Wochenschau-Kino in Berlin, wo nur die aktuellsten Ereignisse aus der ganzen Welt gezeigt werden. September 1931.
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Berlin, Münzstraße. - Kino "Biograph-Theater" 1929
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Filmplakat von 1920

Das Kino erlebte in der Zeit der Weimarer Republik einen wahren Boom. Der Film wurde zu einem Massenmedium. Zwei Millionen Menschen strömten täglich in die Kinos! Fernsehen gab es ja noch nicht und so waren Kinofilme vor allem in den Städten eine beliebte Unterhaltung. Gezeigt wurden Kinofilme in den "Lichtspielhäusern", die häufig einen Namen trugen wie "Apollo-Theater".

Kino-Boom

1918 gab es 2300 Kinos in Deutschland. 1930 waren es dann schon 5000. Viele Kinos im ganzen Reich gehörten der UFA. 1929 wurde übrigens das größte Kino Europas eingeweiht. Der "Ufa-Palast" befand sich in Hamburg und hatte 2667 Plätze. Es gab auch andere Kinobetreiber, aber die größten und schönsten Kinos trugen das Ufa-Logo. Sogar auf den Überseedampfern der Hapag richtete man Ufa-Bordkinos ein. In ländliche Gebiete kam übrigens das Wanderkino!

Erst stumm, dann mit Ton

In diese Zeit fällt auch der Umstieg vom Stummfilm auf den Tonfilm. Mit dem Tonfilm kam auch die Musik ins Kino und es wurden Musikfilme gedreht, die wiederum neue singenden Stars wie etwa Marlene Dietrich hervorbrachten. Ab 1932 waren alle Spielfilme, die in Deutschland ins Kino kamen, vertont. Übrigens: Es gab zwar schon Entwicklungen zum Farbfilm, doch der setzte sich erst ab Mitte der 1930er Jahre langsam durch. Die Kinofilme aus der Zeit der Weimarer Republik waren also in Schwarz-Weiß!

Hauptfilm, Kulturfilm, Wochenschau

Im Kino waren neben dem Hauptfilm mehrere kurze Vorfilme zu sehen, darunter meist auch ein "Kulturfilm". Das waren Lehrfilme zu naturwissenschaftlichen, geschichtlichen oder sonstigen Sachthemen. So gab es einen Film über den "Hirschkäfer" oder einen über "Des Menschen Freund", der von Hunden handelte.

Außerdem wurde auch immer eine Wochenschau im Vorprogramm gezeigt. In einem Wochen-Rückblick wurden dabei alle wichtigen Ereignisse  - politische, gesellschaftliche und kulturelle – gezeigt. Zunächst waren dies Stummfilm-Wochenschauen, später dann solche mit Ton. Bis 1940 konkurrierten mehrere Unternehmen, die diese Wochenschauen produzierten, ab 1940 gab es nur noch die von den Nazis kontrollierte "Deutsche Wochenschau".

Massen-Filmproduktion

Nicht nur Kinos selber schossen wie Pilze aus dem Boden, auch die Produktion von Kinofilmen wuchs: In Deutschland wurden  mehr Filme gedreht als in allen anderen europäischen Staaten zusammen. Übertroffen wurde die Produktion nur noch von Hollywood. Der Film wurde in der Weimarer Republik überhaupt erst zu einer anerkannten Richtung der Kunst – neben Malerei und Bildhauerei, Musik, Literatur, Theater und Tanz.
Mit Hitlers Machtübernahme endete 1933 die große Zeit des künstlerischen Kinos. Die Filme waren von nun an geprägt von der NS-Propaganda.


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