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Hintergrundbild Epoche

Das Theater in der Weimarer Republik – ein Überblick


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Schauspielhaus am Gendarmenmarkt um 1900, damals noch "Königlich"

In der Theaterlandschaft bringt die Weimarer Republik eine ganze Reihe von umwälzenden Neuerungen mit sich. Das Epische Theater bricht mit den alten Traditionen und schafft ein modernes Theater. Das Volksstück geht ebenfalls neue Wege. Bis Mitte der 1920er Jahre stehen auch expressionistisch geprägte Stücke noch auf dem Spielplan. Das allgemeine Interesse am Theater wächst rasant.

Vom Hoftheater zum Staatstheater

Bis 1918 gab es vor allem Hoftheater. Die Aufführungen fanden entweder direkt an Fürstenhöfen statt oder wurden vom Adel finanziert und unterstützt. Mit dem Beginn der Weimarer Republik gingen diese Theater in die Trägerschaft des Staates, Landes oder der Stadt über. So hießen die neuen Theater auch Staatstheater oder Landesbühne. Am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin begab sich Leopold Jessner auf den Weg zu einer neuen Theaterkunst.

Das Volkstheater geht neue Wege

Daneben gab es seit dem 19. Jahrhundert auch die Volkstheater, die sich an ein nicht-adliges Publikum wandten. Sie wurden privat betrieben und waren darauf angewiesen, Gewinn abzuwerfen. Während im Hoftheater vor allem klassische Tragödien aufgeführt wurden, brachte man in den Volkstheatern Komödien und Possen auf die Bühne, also vor allem lustige Stücke. Der Einfluss der privat betriebenen Theater vergrößerte sich in der Weimarer Republik enorm. Die Art der Inszenierung wurde völlig neu erfunden. Das alte "Volksstück" erlebt eine neue Wendung. Außerdem öffneten sich die privat betriebenen Theater hin zum Bürgertum und spielten nun auch klassische Stücke für das neue Publikum.

Politisches Theater

Politische Inhalte von Theaterstücken hatte es auch schon früher gegeben, doch nun war neu, dass man wirklich Einfluss auf das Publikum nehmen und somit Veränderungen in der Gesellschaft bewirken wollte. Man kritisierte, man provozierte, man kämpfte um gesellschaftliche Veränderungen. Die Regisseure Piscator und Jessner prägten diese neue intensive Form des politischen Theaters genauso wie Brechts Episches Theater mit seinen Verfremdungsformen.

Berlin

Berlin war das kulturelle Zentrum der Zeit. So waren es denn auch die Berliner Theater, die zu Vorreitern wurden, und eine ganz neue Art fanden, Stücke zu inszenieren. Die Regisseure Erwin Piscator und Leopold Jessner gingen völlig neue Wege. Max Reinhardt arbeitete am Deutschen Theater und am Großen Schauspielhaus. Bert Brecht feierte im Theater am Schiffbauerdamm 1928 Erfolge mit seiner "Dreigroschenoper" (siehe dazu auch: Die Berliner Theaterlandschaft).

Theatersterben

Die ganz große Zeit der Theater endete 1931. Die Weltwirtschaftskrise ging nicht an den Bühnen vorüber. Die Menschen konnten sich keine Eintrittskarten mehr leisten und gingen, wenn überhaupt, ins günstigere Kino. Den Theaterdirektoren fehlte auch Kapital, um teure Stücke zu inszenieren oder Stars zu engagieren. So gab Piscator sein Theater am Nollendorfplatz auf, Charell das Große Schauspielhaus. Max Reinhardt verließ Berlin 1933 und ging nach Wien. Die Nationalsozialisten schalteten die Theater gleich und nutzten es wie alle Bereiche des öffentlichen Lebens für ihre Propaganda.


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